Prozess gegen Ex-IHK-Präsidenten vorläufig eingestellt

Prozess gegen Ex-IHK-Präsidenten vorläufig eingestellt

Fast 20 Jahre lang leitete Victor Stimming die Industrie- und Handelskammer Potsdam. Zum Ende seiner Amtszeit wurden Untreue-Vorwürfe laut. Nach einem langen Prozess kann der 68-Jährige nun aufatmen.

Victor Stimming

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Victor Stimming, ehemaliger Präsident der IHK Potsdam, im Amtsgericht Potsdam. Foto: Bernd Settnik/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Der Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK), Victor Stimming, ist gegen eine Geldauflage in Höhe von 30 000 Euro vorläufig eingestellt worden. Hintergrund sei ein Vergleich Stimmings mit der IHK in einem Zivilverfahren vor dem Landgericht, erklärte die Vorsitzende Richterin Bettina Thierfeldt am Montag im Amtsgericht Potsdam. Voraussetzung für die Einstellung sei, dass Stimming den Vergleich innerhalb von sechs Monaten erfülle.
Zu dem Vergleich äußerten sich beide Seiten nicht. Die Geldauflage muss Stimming zur Hälfte an die Staatskasse und jeweils zu einem Viertel an die Stiftung Familien in Not und das Brandenburger Deutsche Rote Kreuz zahlen.
Die IHK hatte Stimming 2016 in einem Zivilprozess auf Schadenersatz verklagt. Das Landgericht habe beiden Seiten empfohlen, diesen Zivilprozess «gegen eine entsprechend hohe Geldzahlung» von Stimming an die Kammer außergerichtlich beizulegen, erklärte IHK-Sprecher Detlef Gottschling. «Dieser dringenden Empfehlung des Landgerichts ist das Präsidium der IHK gefolgt.»
Stimmings Anwalt Robert Unger betonte, dass sein Mandant unschuldig sei. Der 68-Jährige habe dem Vergleich und der Einstellung des Prozesses nur zugestimmt, weil ein absehbar noch lange dauerndes Verfahren wegen seiner angeschlagenen Gesundheit zu belastend sei.
Der Prozess gegen Stimming lief seit Mai vergangenen Jahres. Wegen des Gesundheitszustands des 68-Jährigen konnte jeweils nur wenige Stunden verhandelt werden. Außerdem wurde er an den Prozesstagen ärztlich überwacht.
Die Anklage hatte Stimming vorgeworfen, seine von der IHK angestellte Assistentin zur Hälfte der Arbeitszeit für seine Baufirma eingesetzt zu haben. Zudem habe er sich zu Unrecht seine Tätigkeiten in Aufsichtsräten bezahlen lassen. Auch eine Reise des IHK-Präsidiums nach Malta war ein Punkt der Anklage. Der IHK soll laut Anklage ein Schaden von insgesamt mehr als 200 000 Euro entstanden sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. Juli 2019 12:50 Uhr

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