Stopp von Schädlingsbekämpfung: Waldbesitzer fordern Ersatz

Stopp von Schädlingsbekämpfung: Waldbesitzer fordern Ersatz

Wegen der gestoppten Schädlingsbekämpfung gegen Nonnenfraß in märkischen Wäldern verlangt der Waldbesitzerverband Entschädigungen. Die Auswirkungen seien jetzt deutlich, sagte Thomas Weber, Vorsitzender des Verbands in Brandenburg, am Donnerstag. «Es ist traurig mitanzusehen, wie ganze Flächen dem Kahlfraß preisgegeben werden.» Es drohe der Verlust ganzer Waldflächen.

Der Schädling Nonne beißt die Nadeln ab, ohne sie zu fressen. Bäume sterben durch diesen Kahlfraß ab. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte im Mai das Versprühen des Insektizids gegen den Schädling im Land gestoppt. Geklagt hatte der Naturschutzbund.
Es sei ihm ein Rätsel, warum nicht schnell alles unternommen werden könne, um das Kiefern-Ökosystem nicht doch noch zu retten, sagte Christian Graf Brockdorff als Vertreter des Forstbetriebes Schaeff/Brockdorff in Beelitz. Befürchtet werde eine Verpuppung der Insekten. Allein in seinem Betrieb schätze er den Schaden bislang auf gut zwei Millionen Euro.
Durch den Nonnenfraß verschärfe sich die Waldbrandgefahr dramatisch, sagte zudem Förster Martin Schmitt. Die Kiefernnadeln auf den Böden enthielten ätherische Öle und seien leicht entflammbar.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 27. Juni 2019 18:20 Uhr

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