Gewinner und Verlierer der Hitze

Gewinner und Verlierer der Hitze

Heiße Luft aus der Sahara strömt nach Berlin und Brandenburg. Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Mittwoch Temperaturen von 35 bis 39 Grad. Für Mensch und Tier wird die Hitze zur Belastungsprobe.

Berlin (dpa/bb) - Die Temperaturen in Berlin und Brandenburg steigen, über die Hitze wird geächzt und gestöhnt. Um das zu ertragen, gibt es unterschiedlichste Methoden. Für manch einen kann es allerdings gar nicht heiß genug sein.
TIERE IM BERLINER ZOO: Für die Tiere im Berliner Zoo gab es bereits am Dienstag eine eiskalte Erfrischung: Die Pfleger servierten den Erdmännchen eine Eisbombe aus gefrorenem Wasser, Fleischhappen und Weintrauben. Im Elefantengehege stehen zur Erfrischung große Wasserbottiche bereit. «Die meisten unserer Tiere kommen mit der Hitze sehr gut klar, der Großteil von ihnen kommt ohnehin aus warmen Regionen», sagte Zoo-Kurator Tobias Rahde. Der kälteste Ort im Zoo ist das Pinguinhaus: Dort leben Kaiser- und Königspinguine das ganze Jahr über bei etwa neun Grad.
DER MELONENMANN: Für Attila Puszti, dem «Melonenmann» aus Velten nördlich von Berlin, kann es nicht heiß genug sein. Schon im zweiten Jahr baut er auf einem zwei Hektar großen Acker Melonen an. «Der Erfolg war überwältigend», sagt er. Zwischen acht bis neun Tonnen der süßen Früchte hatte er letzte Saison direkt vom Feldrand weg verkauft. Erste Früchtchen - noch in Nussgröße - hängen an den Pflanzen, zwischen denen er nun regelmäßig auch bei der großen Hitze Unkraut jätet. «Regen muss nun aber bald kommen, sonst reifen die Melonen nicht», sagt er. Puszti hofft auf die erste Ernte in zwei Wochen.
FLEISCHER: Auch die Fleischer haben es bei den Temperaturen gut. «Bei uns sind natürlich alle Räume klimatisiert», sagte André Ottlik, Inhaber der Fleischerei A. Ottlik in Fredersdorf-Vogelsdorf (Märkisch-Oderland) und Vorsitzender der Fleischerinnung Brandenburg/Ost. Doch anders, als man glaubt, sei der Gang in die kühlen Räume nicht nur reines Vergnügen: «In unserem Kühlhaus herrschen Temperaturen von Minus 20 Grad.» Bei den aktuellen Außentemperaturen bedeute das einen Unterschied von über 50 Grad. «Das geht auf den Kreislauf», sagte er. «Da herrscht Erkältungsgefahr.»
HUNDE: Die sommerlichen Temperaturen in Berlin werden auch für Haustiere zur Belastung. Der Tierschutzverein Berlin (TVB) warnt Hundehalter deshalb vor zu kleinen Maulkörben. Diese könnten für Hunde sehr gefährlich werden, weil die Tiere dann nicht mehr hecheln könnten - es drohe Organversagen, Hitzschlag und sogar der Tod. Auf keinen Fall sollten Tiere alleine in geparkten Autos zurückgelassen werden. Autos würden sich schnell aufheizen, dann bestehe die Gefahr, dass die Tiere sterben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 25. Juni 2019 16:50 Uhr

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