BUND: Pläne für erleichterten Wolfsabschuss gehen zu weit

BUND: Pläne für erleichterten Wolfsabschuss gehen zu weit

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Brandenburg lehnt Pläne des Bundes für einen erleichterten Abschuss nach Wolfsrissen ab. «Die Änderungsvorschläge gehen zu weit und sind mit dem Schutzstatus des Wolfes nicht vereinbar», sagte Sprecher Axel Kruschat. Eine solche Regelung sei nicht zielführend. Sie schade nur dem Naturschutz und helfe auch den Weidetierhaltern nicht.

Axel Kruschat

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Axel Kruschat vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Kruschat nannte als Beispiel einen durch mehrere Bundesländer ziehenden Wolf, der Schaden anrichte, aber nicht erwischt werde. Stattdessen werde wahllos auf ein Rudel geschossen. Damit könnte die Population beeinträchtigt werden, kritisierte er.
Dagegen hatte das Brandenburger Umweltministerium die Pläne des Bundes als «einen Schritt in die richtige Richtung» begrüßt. Alles, was zum besseren Umgang mit dem Wolf beitrage, sei willkommen, hieß es am Montag. Derzeit wird nach Angaben des Ministeriums allerdings noch geprüft, ob der Vorschlag alle Probleme löse.
Das Bundesumweltministerium hatte einen Referentenentwurf über den erleichterten Wolfsabschuss an Fachverbände geschickt, die Stellung dazu nehmen können. Der Abschuss einzelner Wölfe eines Rudels soll demnach auch dann erlaubt werden können, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zugebissen hat. Allerdings müssen Wölfe vor Ort dafür schon Nutztiere gerissen haben. Prävention ohne Schaden ist also nicht erlaubt.
Der Wolf ist in der EU streng geschützt. Die Brandenburgische Wolfsverordnung lässt Ausnahmen zum Vertreiben oder zur Tötung zu, etwa bei Gefahren für die menschliche Gesundheit, bei Rissen von Weidetieren und beim Auffinden schwer verletzter Wölfe.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. Mai 2019 15:30 Uhr

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