Staatstheater widmet sich Thema Heimat

Staatstheater widmet sich Thema Heimat

Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Konzertorchester: Das Cottbuser Vierspartentheater rückt in der nächsten Spielzeit enger zusammen. In Inszenierungen geht es auch um den Begriff Heimat.

Staatstheater Cottbus

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Das Staatstheater in Cottbus. Foto: Patrick Pleul

Cottbus (dpa/bb) - Mit Inszenierungen zum Thema «Heimat» und «nationaler Identität» will das Staatstheater Cottbus in der neuen Spielzeit auch aktuelle politische Themen auf die Bühne bringen. Am Montag stellte die Spielstätte dazu ihren Spielplan für 2019/2020 vor. «Wir müssen über den Tellerrand schauen, aber immer mit Blick auf die Region», sagte Intendant René Serge Mund. Er wolle dazu alle Ressourcen des Vierspartenhauses nutzen. «Wir sind in dieser Übergangsphase noch produktiver und erkunden neue Wege».
So werde etwa das Musiktheater anlässlich des Fontane-Jahres im Oktober 2019 die Oper «Effi Briest» von Komponist Siegfried Matthus uraufführen und zum «Nachdenken über die Gegenwart» einladen. Im Schauspiel drehe sich Inszenierung «Faust» und «Antifaust» von Regisseur Jo Fabian um die Fragen: Wie «deutsch» ist der Deutsche namens Faust? Was wäre er ohne eine europäische Aufklärung?
Das Philharmonische Orchester führt in der kommenden Spielzeit Musik aus allen Nachbarländern Deutschlands auf, um die Länder einzeln vorzustellen. Inzwischen sei es immer wichtiger geworden, sich um seine Nachbarn zu kümmern und sich zu verständigen, sagte der kommissarische Generalmusikdirektor, Alexander Merzyn.
Ein Sprechchor aus Cottbuser Bürgern wird in dieser Spielzeit mit dem eigenen Projekt «Fluchtpunkt» am Theater mitwirken. Die etwa 60 mitwirkenden Laienkünstler werden dafür von einer Dramaturgin und einem Schauspieler betreut. Der «BürgerSprechChor» hatte sich im vergangenen Jahr auf Anregung des Staatstheaters gegründet.
Die laufende Spielzeit nach der Krise am Staatstheater im vergangenen Jahr war nach Aussage von Mund von viel Arbeit geprägt. «Das Theater hat wieder sein Selbstbewusstsein ins Gleichgewicht gebracht», sagte Mund. Die Krise hatte sich vor rund einem Jahr daran entzündet, dass aus dem Ensemble heraus Kritik am Führungsstil des damaligen Generalmusikdirektors Evan Alexis Christ lauter wurde. Ihm wurden cholerische Ausfälle und Beleidigungen im Arbeitsalltag vorgeworfen. Christ musste gehen und daraufhin verließ auch Intendant Martin Schüler das Haus, auf den Mund als Interims-Intendant folgte. Der neue Intendant und Operndirektor Stephan Märki wird sein Amt voraussichtlich zur Spielzeit 2020/21 antreten.
Für die Spielzeit 2019/2020 sind 16 Premieren, 8 philharmonische Konzerte und mehr als 30 Sonder-, Familien- und Kammerkonzerte geplant. Das Staatstheater Cottbus vereint vier Sparten: Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Orchester.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 13. Mai 2019 17:00 Uhr

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