Streit um Polizeiwache: Demonstration für «Fusion»

Streit um Polizeiwache: Demonstration für «Fusion»

Rund 100 Menschen haben am Sonntag in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) gegen eine Polizeiwache und gegen Polizeistreifen auf dem alternativen «Fusion»-Festival protestiert. «Hier wird ein fiktives Bedrohungsszenario aufgebaut, das es gar nicht gibt», sagte der Bürgermeister des Ortes, Hartmut Lehmann (CDU), auf einer Kundgebung. Es würde völlig reichen, wenn die Einsatzzentrale der Polizei im Bürgerzentrum von Lärz säße, etwa 500 Meter vom Festgelände entfernt. Dann könnten auch Probleme im Umfeld des Festivals schnell an die Beamten herangetragen werden. «Eine Wache auf dem Fusion-Gelände macht keinen Sinn.»

Tor am Eingangsbereich des «Fusion»-Festivals

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Das Wort «Kulturkosmos» und die «Fusion-Rakete» sind am Tor zum Eingangsbereich des Festivalgeländes zu sehen. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild

Gerhard Schneider, einer der Initiatoren der Demonstration, kritisierte: «Es macht den Eindruck, als wenn die Bevölkerung mit den neuen Polizeiforderungen gezielt verunsichert werden soll.» Auf Plakaten war auch der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende und SED-Chef Walter Ulbricht und der Spruch «Niemand hat die Absicht, die Fusion kaputt zu machen» zu lesen. Von Ulbricht stammte der Satz: «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten», den er kurz vor dem Mauerbau 1961 in Berlin gesagt hatte.
Das Musik-, Theater- und Kunstfestival soll vom 26. bis zum 30. Juni auf dem Ex-Militärflugplatz etwa 80 Kilometer nördlich Berlins stattfinden. Nach Angaben des Vereins Kulturkosmos werden wieder etwa 70 000 Besucher erwartet. Die Polizei fordert erstmals eine Wache und freie Kontrollmöglichkeiten auf dem Gelände. Das lehnt der Verein jedoch mit Verweis auf eigene Sicherheitsdienste ab. Laut Polizei gibt es nach Vorfällen wie bei der Love Parade 2010 gestiegene Anforderungen an Sicherheit. Die Entscheidung trifft das Amt Röbel-Müritz.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 12. Mai 2019 14:20 Uhr

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