Razzia in zwei Asylbewerberheimen: Vier Festnahmen

Razzia in zwei Asylbewerberheimen: Vier Festnahmen

Hunderte Polizisten durchsuchen zwei Brandenburger Asylbewerberheime. Die Beamten nehmen vier Bewohner fest. Die jungen Männer sollen für eine Vielzahl von Straftaten verantwortlich sein.

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Die Bundespolizei bei einer Razzia. Foto: Stefan Sauer/Archivbild

Brandenburg/Havel/Letschin (dpa/bb) - Die Brandenburger Polizei hat am Donnerstagmorgen zwei Asylbewerberheime in Brandenburg/Havel und Letschin (Märkisch-Oderland) durchsucht und vier Bewohner festgenommen. Dabei sei es um die Sicherstellung von Beweismitteln und die Vollstreckung von Haftbefehlen gegangen, wie die Polizeidirektion West und die Staatsanwaltschaft Potsdam mitteilten.
In dem Übergangswohnheim in Brandenburg/Havel wurde laut Polizei ein 19-Jähriger festgenommen. Ein ebenfalls 19-jähriger Mann wurde in einem Heim in Prenzlau (Uckermark) gefasst. In einer Unterkunft in Letschin nahmen die Polizisten zwei weitere Bewohner (18 und 19) fest. Die Männer sollten dem Haftrichter vorgeführt werden. Hunderte Beamte waren im Einsatz. Um wieviele Beschuldigte es sich insgesamt handelt, soll nach Abschluss der Ermittlungen bekanntgeben werden. Zunächst hatte die «Märkische Allgemeine» (online) berichtet.
Den Durchsuchungen gingen Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Potsdam und Frankfurt (Oder) (Zweigstelle Eberswalde) voraus. Seit Anfang 2018 hätten sich mehrere jugendliche Tschetschenen, darunter die Festgenommenen, zu einer Gruppe zusammengeschlossen, um in Brandenburg/Havel gemeinsam auf Raubzug zu gehen.
Sie wollten Bargeld, Mobiltelefone, Bekleidung und Fahrräder stehlen, um sie selbst zu nutzen oder weiterzuverkaufen. Mehrere Beweismittel, darunter drei Fahrräder, stellte die Polizei sicher. Zu den vorgeworfenen Taten zählen eine schwere Körperverletzung Mitte April 2018 vor dem Hauptbahnhof Brandenburg/Havel sowie mehrere Automatenaufbrüche und Körperverletzungen in und um Berlin. Daneben wird die Gruppe für mehrere Raubstraftaten im März und April 2018 in der Innenstadt von Brandenburg/Havel verantwortlich gemacht.
Auch in anderen Orten in Brandenburg sowie in Berlin und Sachsen-Anhalt seien Gewaltdelikte und Diebstähle begangen worden. Insgesamt ermitteln die Brandenburger Behörden zu 84 Straftaten. In der Polizeidirektion West sei eine Ermittlungsgruppe «EG Kaukasus» eingerichtet worden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. Mai 2019 17:50 Uhr

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