Trotz Kritik: Hubschrauber bekämpfen Schädlinge mit Gift

Trotz Kritik: Hubschrauber bekämpfen Schädlinge mit Gift

Mit einem großangelegten Insektizid-Einsatz versucht Brandenburg einen Baumschädling zu bekämpfen. Gegenwind kommt von Naturschutzverbänden. Die könnten den Einsatz noch stoppen.

Hubschrauber wird mit Schädlingsbekämpfungsmittel betankt

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Ein Hubschrauber steht zur Betankung mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel in einem Gewerbegebiet. Foto: Bernd Settnik

Bad Belzig (dpa/bb) - In Brandenburg hat die umstrittene Bekämpfung des Kiefernschädlings Nonne mit Hubschraubern begonnen. Die Maschinen seien am Dienstag losgeflogen, um das Insektizid «Karate Forst flüssig» über den Wäldern zu versprühen, sagte Einsatzleiter Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst Brandenburg. Bis zum Abend sollten 100 Hektar Wald besprüht werden. Der für 14 Tage geplante Einsatz sollte ursprünglich am Montag beginnen und war wegen starken Windes kurzfristig verschoben worden.
Der Naturschutzbund (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz hatten gegen den Insektizid-Einsatz Widerspruch beim Pflanzenschutzdienst eingelegt. Der wurde am Dienstagnachmittag abgelehnt, sagte Kopka. Der laufende Einsatz könne aber noch vom Verwaltungsgericht gestoppt werden, wenn die Verbände weitere juristische Schritte einleiten würden. Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) nannte die Bekämpfungsaktion per Hubschrauber das «letzte Mittel».
Werner Kratz, stellvertretender Vorsitzender des Nabu Brandenburg, sagte: «Die Behauptung, dass der Einsatz des Insektizides das letzte Mittel sei, stimmt so nicht. Der Kiefernschädling hat hauptsächlich Altnadeln angegriffen, aber kaum Jungnadeln. Man hätte hier differenzieren müssen.» Auch die Menge der Raupen, die bei Probefällungen ermittelt wurde, sei unter dem Grenzwert gewesen. Bei der Aktion gehe es vordergründig um die Holzerträge der Waldbesitzer und weniger um den Naturschutz.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Mai 2019 18:10 Uhr

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