Aufwendiger Prozess: Haftstrafen für Planenschlitzer-Bande

Aufwendiger Prozess: Haftstrafen für Planenschlitzer-Bande

Mehr als ein Jahr trieben sie ihr Unwesen auf Rastplätzen an deutschen Straßen. Nun hat das Landgericht Chemnitz die Urteile gegen die Mitglieder der Planenschlitzer-Bande gesprochen.

Ein Richterhammer aus Holz

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Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv

Chemnitz (dpa) - Nach fast 14 Monaten und rund 50 Verhandlungstagen hat das Landgericht Chemnitz eine Planenschlitzer-Bande zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die 6. Große Strafkammer sprach die vier Männer und eine Frau am Montag nach einem aufwendigen Prozess des schweren Bandendiebstahls, des Bandendiebstahls und des Diebstahls schuldig. Der 43 Jahre alte Haupttäter wurde zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Gegen zwei weitere Angeklagte im Alter von 44 und 41 Jahren verhängte die Kammer eine Strafe von drei Jahren und acht Monaten beziehungsweise drei Jahren und sechs Monaten. Ihr Haftbefehl wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die 24-jährige Frau und ein 25-jähriger Mann wurden jeweils zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Wegen der Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe durch die Untersuchungshaft seit Mai bzw. Juni 2017 hob die Kammer ihre Haftbefehle auf.
Seit 27. Februar 2018 hatten die fünf polnischen Staatsangehörigen vor Gericht gestanden. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass sich die fünf unter Führung des Hauptangeklagten unter anderem in zehn Fällen des schweren Bandendiebstahls schuldig gemacht haben. Alle Angeklagten hatten Geständnisse abgelegt.
Die Bande war im Mai 2017 im brandenburgischen Brieselang auf frischer Tat gefasst worden. Bis dahin hatten die Männer in wechselnden Besetzungen von Februar 2016 an die Planen von Lkw auf Raststätten in mehreren Bundesländern aufgeschlitzt und die Ladung ausspioniert. Die erspähte Ware wurde der 24-Jährigen gemeldet, die ermittelte, ob sich ein Diebstahl lohnt. Die Bande erbeutete so Waren im Wert von rund 83 000 Euro. Angeklagt worden war eine Schadenssumme von rund 250 000 Euro.
In seiner Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende Richter Kay-Uwe Sander, dass das Quintett mit seinen Beutezügen neben dem finanziellen Schaden auch einen massiven Schaden für das Sicherheitsgefühl der Öffentlichkeit angerichtet hatte. «Sie können die Gewissheit mitnehmen, dass dieses Land sich derart massive Angriffe nicht gefallen lässt», sagte der Richter.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. April 2019 14:20 Uhr

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