Forderungen nach West-Tarifen und -Arbeitszeit

Forderungen nach West-Tarifen und -Arbeitszeit

Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen für die Ost-Textilindustrie haben Metaller am Samstag in Chemnitz für die Angleichung von Löhnen und Arbeitszeit an Westniveau demonstriert. Das sei 30 Jahre nach dem Mauerfall längst überfällig, sagte der Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen der IG Metall, Olivier Höbel, laut Mitteilung bei einer folgenden Konferenz mit rund 250 Teilnehmern. «Kürzere Arbeitszeiten und gute Arbeitsbedingungen sind gerade auch für die jungen Beschäftigten ein wichtiges Argument, in der Textilindustrie zu arbeiten.»

Neue Erba Lautex GmbH in Neugersdorf

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Neugersdorf (Sachsen): Manuela Schulze prüft die Fäden an einer von 190 Webmaschinen bei der Neuen Erba Lautex GmbH. Foto: Ronald Bonß/Archiv

Die Gewerkschaft fordert 6 Prozent mehr Geld und eine schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit von 40 auf 37 Stunden. Nach ihren Angaben haben die Arbeitgeber bisher 1,5 Prozent mehr in diesem und je ein Prozent plus in den Folgejahren angeboten. Die Belegschaft müsse an den wirtschaftlichen Erfolgen beteiligt werden, es gehe um gerechte Verteilung, sagte Höbel. Ein Facharbeiter im Westen verdiene pro Jahr im Schnitt zwischen 754 Euro und 2300 Euro mehr als im Osten, «obwohl hier fast drei Stunden länger gearbeitet wird». Noch mehr Abstand würde Standorte und Jobs auf mittlere Sicht gefährden.
In der ostdeutschen Textilindustrie arbeiten rund 16 000 Menschen, rund 13 000 davon allein in Sachsen, vor allem bei Autozulieferern. In Brandenburg sind es nach Gewerkschaftsangaben etwa 1000. Die nächste Tarifverhandlung ist für kommenden Mittwoch in Zwickau geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 14. April 2019 10:40 Uhr

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