Warnstreiks in Banken: Kaum Folgen für Kunden

Warnstreiks in Banken: Kaum Folgen für Kunden

Die Gewerkschaft Verdi hat Bankangestellte für die kommenden Tage zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Filialen in vielen deutschen Städten. Die Arbeitgeber geben sich gelassen und erwarten keine größeren Auswirkungen für Kunden.

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Warnstreiks in Berliner und Brandenburger Banken am 5. April. Foto: Daniel Naupold

Berlin (dpa/bb) - An mehreren Tagen in der ersten Aprilhälfte ruft die Gewerkschaft Verdi Bankangestellte in verschiedenen deutschen Städten zu Warnstreiks auf. Am Freitag seien in Berlin unter anderem Filialen der Deutschen Bank, Berliner Sparkasse, Investitionsbank Berlin, Commerzbank und Targo-Bank betroffen, teilte Verdi am Dienstag mit. In Brandenburg dürften Kunden der Investitionsbank des Landes und der Landesbausparkasse Ost Einschränkungen zu spüren bekommen. Zudem gebe es um 10.00 Uhr auf dem Berliner Breitscheidplatz eine Kundgebung mit anschließender Demonstration zum Ernst-Reuter-Platz und zurück.
Viele weitere Städte in zahlreichen Bundesländern sind an verschiedenen Tagen im April betroffen. Den Auftakt machen am 3. April Bankangestellte in Hamburg. Am 5. April sind laut Verdi neben Berlin und Brandenburg auch Mitarbeiter in Banken in Hessen, Baden-Württemberg und in den Regionen Münsterland und Ostwestfalen/Lippe zu Warnstreiks aufgerufen. In der Woche ab dem 8. April solle es weitere Arbeitsniederlegungen geben.
Wie viele Beschäftigte insgesamt aufgerufen seien, konnte die Gewerkschaft nicht sagen. Laut Verdi müssten Bankkunden sogar mit Filialschließungen rechnen. Die Banken sehen das anders: Die Arbeitgeberverbände der privaten und der öffentlichen Banken rechnen nicht mit größeren Einschränkungen. Bei bisherigen Aktionen sei es auch nicht zu nennenswerten Auswirkungen für Bankkunden gekommen. Eine genaue Einschätzung, welche Folgen die Warnstreiks konkret haben könnten, lasse sich aber noch nicht abgeben, sagte Carsten Rogge-Strang, Geschäftsführer Tarifpolitik im Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AVG Banken).
Derzeit verhandeln die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter der privaten und öffentlichen Banken für etwa 200 000 Beschäftigte einen neuen Tarifvertrag. Verdi will unter anderem sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mehr Urlaub, kürzere Arbeitszeiten und einen verbindlichen Anspruch auf Weiterbildung durchsetzen.
Verdi wirft den Arbeitgebern vor, die Warnstreiks provoziert zu haben, weil sie die Fortführung der Verhandlungen davon abhängig machten, dass die Gewerkschaft nahezu alle Forderungen zurücknimmt. Die Arbeitgeberverbände weisen die Vorwürfe zurück. Aus ihrer Sicht sei das Forderungspaket der Gewerkschaft «historisch umfangreich, viel zu dick». Der nächste Verhandlungstermin ist am 11. April in Berlin.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. April 2019 18:30 Uhr

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