Holzstapel vor dem Inselhotel: Verhandlung über Vergleich

Holzstapel vor dem Inselhotel: Verhandlung über Vergleich

Ein Hoteldirektor und die Stadt Potsdam zanken sich um einen Holzstapel - doch das ist nur die Spitze des Aktenberges rund um das Inselhotel Hermannswerder. Nach langem juristischem Streit könnte es nun einen Vergleich geben.

Holzstapel

© dpa

Ein Holzstapel auf dem Gelände des Inselhotels Hermannswerder. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Nach jahrelangem Streit um einen mittlerweile bundesweit bekannten Holzstapel an einem Hotel in Potsdam streben die Bauverwaltung und die Hotelleitung nun einen Vergleich an. Dies habe das Verwaltungsgericht vor der Eröffnung eines Prozesses um den Holzstapel und andere Bauten rund um das Inselhotel Hermannswerder angeregt, sagte Inhaber Burkhard Scholz der Deutschen Presse-Agentur. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt.» Die Stadt bestätigte lediglich, dass es Vergleichsverhandlungen gebe.
Anfang 2016 hatte die Potsdamer Bauverwaltung den Abriss des Kaminholz-Stapels verfügt, der laut Scholz seit 20 Jahren im Hotelgarten steht. Dieser sei «durch seine eigene Schwere» mit dem Boden verbunden und somit ein Bauwerk, für das es keine Baugenehmigung gebe, argumentierte die Verwaltung. Zudem verhängte das Amt gegen den Hoteldirektor 1000 Euro Strafe und drohte sogar mit Haft. Daraufhin hatte Scholz Klage eingereicht.
Der Streit um den Holzstapel macht jedoch nur die Spitze eines Aktenberges rund um das Hotel aus, der nach Angaben von Scholz' Anwalt Andreas Seeck «mittlerweile einen halben Keller füllt». Denn das in den 1990er Jahren errichtete Hotel liegt aus Sicht der Stadt in einem Landschaftsschutzgebiet. So musste Scholz jahrelang um die Genehmigung eines Bootsstegs, einer Markise über der Terrasse, eines Eselstalls sowie einer Erweiterung des Seerestaurants kämpfen. In dem aktuellen Streit beanstandet die Bauverwaltung neben dem Holzstapel eine Abdeckung und einen Glaszaun rund um den genehmigten Außenpool, einen gepflasterten Weg zum Hotelsteg, ein Saunaschiff sowie ein Gatter für die Haustiere, Esel Fritz und Pony Wilhelmine.
«Die Stadt hat signalisiert, dass sie den Weg zum Bootssteg möglicherweise hinnehmen könnte, ebenso die Abdeckung und die Umzäunung des Pools», berichtete Scholz. Im Gegenzug will der Hotelier den Holzstapel an einen neuen Standort räumen lassen, der nicht in den zwischen beiden Seiten ebenfalls umstrittenen Grenzen des Landschaftsschutzgebiets liegt. Außerdem will Scholz das Gatter für Pony und Esel verkleinern sowie dem neu geäußerten Wunsch der Stadt nachkommen, einige im Garten aufgestellte Parkbänke weiter vom Ufer wegzurücken.
Knackpunkt sei noch die am Hotelsteg auf einem Floß verankerte See-Sauna, die aus Sicht der Stadt ebenfalls ein Bauwerk darstellt. «Ich möchte aber eine Gesamtlösung, die auch die auf einem Sportboot befindliche Sauna umschließt», betonte Scholz. Allerdings ist die Schiffssauna seit einem Brand im Dezember außer Betrieb.
«Ich wäre heilfroh, wenn dieser jahrelange, nutzlose Streit endlich beigelegt werden könnte», meinte Scholz. Der Zwist um den Holzstapel hatte vor drei Jahren bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Daraufhin hatte der Hotelier den Weg zum Stapel als Touristenpfad ausgeschildert und einen eigenen Bereich auf der Webseite des Hotels eingerichtet. Das Interesse an diesem Holzstapel sei immer noch groß, meinte Scholz: «Ein Touristenmagnet, hoffentlich mit Verfallsdatum.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. März 2019 07:30 Uhr

Weitere Meldungen