Report: Brandenburger Kinder kränker als Bundesdurchschnitt

Report: Brandenburger Kinder kränker als Bundesdurchschnitt

Brandenburger Kinder und Jugendliche sind kränker als Gleichaltrige in anderen Bundesländern. Dazu kommt eine Studie der DAK unter ihren Versicherten. Auch zum Nachbarland Berlin ergeben sich Unterschiede.

Ein Arzt hält ein Stethoskop

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Ein Arzt hält ein Stethoskop in der Hand. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Potsdam (dpa) - Kinder und Jugendliche in Brandenburg werden laut einer Untersuchung der Krankenkasse DAK häufiger wegen körperlicher Krankheiten behandelt als der Bundesdurchschnitt. Demnach werden vor allem Atemwegs- und Hauterkrankungen wie Neurodermitis in Brandenburger Praxen und Kliniken häufig diagnostiziert. Mit 127 registrierten Neurodermitis-Fällen pro 1000 minderjährigen Brandenburgern liegt das Land 56 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (81 Fälle). Das geht aus dem Kinder- und Jugendreport 2018 hervor, den die DAK-Gesundheit am Donnerstag in Potsdam vorstellte.
Neben der Hauterkrankung sind die Brandenburger Minderjährigen besonders häufig von Heuschnupfen, Darmerkrankungen und Asthma betroffen. «Das sind die Erkrankungen, die den Alltag für Kinder und Eltern erheblich beeinträchtigen können», sagte die Leiterin der DAK Brandenburg, Anke Grubitz.
Auch von Rückenschmerzen bleibt der Brandenburger Nachwuchs nicht verschont: Nach dem Bericht ist bei fast jedem fünften Kind mindestens einmal im Jahr eine Muskel-Skelett-Erkrankung diagnostiziert worden. Ab dem 12. Lebensjahr treffe es sogar jeden Vierten. Damit liege das Bundesland 13 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Besser als dem Bundesschnitt geht es laut der Studie Brandenburger Kindern im Bezug auf Augenerkrankungen (-9 Prozent) sowie Depressionen (-4 Prozent).
Auch zum Nachbarland Berlin ergeben sich Unterschiede: So wurde beispielsweise Adipositas in 47 Fällen pro 1000 minderjähriger Brandenburger dokumentiert. Das sei ein Drittel mehr als bei Gleichaltrigen in Berlin. Und während in Brandenburg bei den 0 bis 17-Jährigen eher Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechstörungen festgestellt worden seien, komme es bei den gleichaltrigen Berlinern eher zu Angststörungen und Depressionen.
Die soziale Lage spiele bei der Gesundheit der Kinder durchaus eine Rolle, schreiben die Autoren der Studie. So sei die Karies-Häufigkeit bei Kindern studierter Eltern um 74 Prozent geringer als bei Kindern von Eltern ohne Bildungsabschluss. «Auch dieser Report stellt fest, dass die soziale Lage ein wichtiger, wenn nicht einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf Gesundheit ist», teilte Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) angesichts der Studie mit.
Nach dem nach Angaben der DAK repräsentativen Report wertete die Krankenkasse Abrechnungsdaten von 30 542 versicherten Kindern in Brandenburg aus dem Jahr 2016 aus. Bei rund 383 000 Kindern in Brandenburg entspricht dies einem Anteil von acht Prozent. Aus der Stichprobe dürften keine Verallgemeinerungen für die Gesundheit der Brandenburger Kinder getroffen werden, so Karawanskij. Dennoch sei sie ein Baustein und für die Gesamtanalyse und für die sich daraus ergebenden Schlüsse nützlich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 21. März 2019 15:50 Uhr

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