Behörden: Noch immer mehr Männer als Frauen mit Spitzenjobs

Behörden: Noch immer mehr Männer als Frauen mit Spitzenjobs

Dank zahlreicher Initiativen ist der Frauenanteil bei vielen leitenden Positionen der Landesverwaltung Brandenburgs in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch die meisten gut bezahlten Jobs haben nach wie vor Männer.

Frauenquote

© dpa

Eine Frau steht in einem Büro und erklärt eine an die Wand projizierte Statistik. Foto: Tobias Kleinschmidt/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Landesregierung ist von ihrem Ziel, Geschlechtergerechtigkeit auch in der öffentlichen Verwaltung herzustellen, noch ein Stück entfernt. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Steeven Bretz hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zwar konnte die Frauenquote auf der Ministerialebene und in Behörden erhöht werden. Der bereits 1994 im Landesgleichstellungsgesetz verankerte Auftrag, Parität in allen leitenden und Spitzenpositionen herzustellen, wurde aber bislang verfehlt.
Am Kabinettstisch in Potsdam sitzen mittlerweile sechs Männer und vier Frauen. Bei den Staatssekretären einschließlich des Chefs der Staatskanzlei gibt es sogar einen minimal höheren Frauenanteil (sechs Frauen, fünf Männer). Doch auf der Ebene der Abteilungsleiter dreht sich das Verhältnis wieder deutlich: Hier stehen über alle Ministerien gerechnet 28 männlichen Leitern nur 13 weibliche gegenüber. In den Ministerien für Agrar und Wissenschaft gibt es nicht eine einzige Abteilungsleiterin. In den vier Ressorts für Finanzen, Wirtschaft, Bildung und Soziales sind es immerhin jeweils zwei, im Justizministerium sogar drei Abteilungsleiterinnen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Referatsleitern, bei denen Männer (125) deutlich in der Überzahl gegenüber ihren Amtskolleginnen (86) sind. 13 Referatsleiterinnen sind im Justizministerium tätig, 12 im Finanzministerien. Damit gibt es in den von der Linkspartei geführten Landesministerien die meisten Stellen für Abteilungs- und Referatsleiterinnen.
Am Ende der Skala stehen die SPD-geführten Ministerien für Agrar und Verkehr mit insgesamt nur einer Abteilungsleiterin und 13 Referatsleiterinnen. Dem stehen in beiden Ministerien zusammen 38 Männer auf Stellen in beiden Funktionen gegenüber.
Bei den gut bezahlten Jobs in der Landesverwaltung sind die Frauen den Angaben des Ministeriums zufolge sogar stark unterrepräsentiert. Nach den Besoldungsgruppen B3 und B4 zum Beispiel wird nur eine Frau entlohnt - dagegen neun Männer. Im höheren Dienst wissenschaftlicher Einrichtungen gibt es nicht einmal halb so viele Frauen (206) wie Männer (424). Den Angaben zufolge ist im gesamten Landesdienst nur in der niedrigsten Besoldungsgruppe der Richter die Zahl der Frauen mit 433 höher als die der Männer mit 327.
Die vom Innenministerium vorgelegten Zahlen verdeutlichen nach Ansicht des CDU-Finanzpolitikers Bretz, dass die Landesregierung weit entfernt ist von ihrem eigenen Anspruch, Geschlechtergleichheit zu schaffen. «Während sich Rot-Rot für das Parité-Gesetz feiert, nach dem für alle Parteien zu Landtagswahlen gleich viele Frauen und Männer als Kandidaten aufgestellt werden müssen, besteht in der von den gleichen Parteien geführten Landesregierung ein großer Nachholbedarf.» Vor allem in den höheren Besoldungsgruppen gebe es eine «gewaltige Überzahl an Männern».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 18. März 2019 06:40 Uhr

Weitere Meldungen