Zivile Straftaten bei Todesmärschen kaum geahndet

Zivile Straftaten bei Todesmärschen kaum geahndet

Verbrechen von Zivilisten bei Todesmärschen von KZ-Häftlingen sind nach 1945 in beiden Teilen Deutschlands kaum bestraft worden. «Die Ahndung solcher Vorfälle ist eine Geschichte des Scheiterns», sagte der Leipziger Historiker Martin Clemens Winter am Sonntag bei der Vorstellung einer neuen Studie dazu in Wittstock. Bei wenigen Prozessen seien vor allem Wachmänner verurteilt worden. Dagegen seien gesellschaftlich wichtige Funktionsträger wie frühere Ortsgruppenleiter der Nationalsozialisten, die in Dörfern zu Gewalt aufgefordert hatten, selten zur Verantwortung gezogen worden.

Gedenken an Todesmarsch in Below

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Überlebende, Angehörige und Schüler gedenken der Opfer des Todesmarsches von 1945. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv

Zum Kriegsende 1945 ließ die SS nach Angaben Winters mehr als 700 Konzentrationslager und ihre Außenlager räumen. Von rund 700 000 Häftlingen kamen nach Schätzungen 250 000 Menschen ums Leben. Die Studie «Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum. Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche» wurde in der einzigen deutschen Todesmarsch-Gedenkstätte vor 40 Gästen im Belower Wald vorgestellt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 17. März 2019 16:10 Uhr

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