Unterrichtsausfall geht zurück: Maßnahmen wirken

Unterrichtsausfall geht zurück: Maßnahmen wirken

Eine Lehrkraft betreut in Brandenburg rein theoretisch rund 14 Schüler. Dieses Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Reicht das aus, um Unterrichtsausfall zu vermeiden?

Stühle im Klassenzimmer

© dpa

Stühle stehen in einer Schule nach Unterrichtsende auf den Tischen. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Nachdem im vergangenen Schuljahr an Brandenburger Schulen etwas weniger Unterricht als zuvor komplett ausgefallen ist, sieht das Bildungsministerium keinen Bedarf, zusätzliche Lehrer einzustellen. Die Relation von einem Lehrer auf 14,4 Schüler sei ausreichend, antwortete das Ministerium auf eine Anfrage der fraktionslosen Landtagsabgeordneten Iris Schülzke.
Laut Bildungsministerium war die Zahl der ersatzlos ausgefallenen Unterrichtsstunden im Schuljahr 2017/2018 trotz eines erhöhten Vertretungsbedarfs im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Punkte auf 2,0 Prozent gesunken. Das zeige, dass die Instrumente gegen Unterrichtsausfall wirken würden. In der vorherigen Legislaturperiode, die 2014 endete, hatte ein Lehrer rechnerisch noch 15,4 Schüler betreut - also mehr als derzeit.
Der Vertretungsbedarf lag dem Ministerium zufolge im vergangenen Schuljahr bei 11,2 Prozent und damit um 0,3 Punkte höher als im Schuljahr 2016/2017. Wichtigster Grund dafür seien Erkrankungen von Lehrern. Die in den vergangenen Jahren gestiegene Krankenstandsquote sei auch darauf zurückzuführen, dass mehr junge Lehrerinnen eingestellt worden seien, die in Mutterschutz gegangen wären.
Allerdings wachse auch in Brandenburg die Notwendigkeit, Seiteneinsteiger für den Schuldienst zu rekrutieren, räumte das Ministerium ein. Für sie gebe es aber ein Qualifizierungsprogramm. Elternvertreter und Lehrerverbände hatten in der Vergangenheit wiederholt die Befürchtung geäußert, dass das Unterrichtsniveau leiden würde, weil mehr Quereinsteiger als Lehrer arbeiten.
Die Brandenburger FDP fordert ähnlich wie die CDU-Landtagsopposition mehr Lehrer. «Dieser Bedarf kann und darf nicht nur über Seiteneinsteiger gedeckt werden», teilten die Liberalen am Montag mit. Dafür müsse neben der Universität Potsdam mit der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg ein zweiter Standort für die Lehrerausbildung geschaffen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. März 2019 15:50 Uhr

Weitere Meldungen