Entscheidung zur Bogenjagd auf Wildschweine dauert

Entscheidung zur Bogenjagd auf Wildschweine dauert

Die Entscheidung über eine mögliche Jagd mit Pfeil und Bogen auf Wildschweine in der Brandenburger Kommune Stahnsdorf am Rande Berlins dauert noch. Zuvor müsse grundsätzlich der Erfolg einer solchen Maßnahme untersucht werden, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Brandenburger Agrarministeriums, am Sonntag auf Anfrage. Die wissenschaftliche Begleitung müsse ausgeschrieben werden. Daher ziehe sich das Genehmigungsverfahren noch etwas hin.

Wildschweine

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Wildschweine stehen in einem Tiergehege. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Brandenburg wolle auch klären, ob die Tötung durch einen Pfeilschuss dem Tierschutz entspreche. Personen, die mit Pfeil und Bogen auf Jagd gehen, müssen nach den Angaben zudem einen Jagdschein, ein Zertifikat des europäischen Bogenjagdverbandes sowie ausreichenden Versicherungsschutz haben. Jäger in Stahnsdorf lehnen die Jagd mit dem Gewehr in dem dichtbewohnten Ort als zu gefährlich ab.
Das Verfahren liege ausschließlich in Brandenburg, sagte Schade. Das Ministerium sei als oberste Jagdbehörde für eine Ausnahmegenehmigung zuständig. Der Bund habe in dem Fall keine Regelungskompetenz.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte sich einem Medienbericht zufolge gegen die Wildschweinjagd mit Pfeil und Bogen ausgesprochen. Die Behörde sehe «derzeit keinen Änderungsbedarf an den bestehenden Regelungen», hieß es. Das Verbot bleibe demnach bestehen, so das Bundesministerium. Seit 1976 verbietet das Bundesjagdgesetz in Deutschland die Jagd mit Pfeil und Bogen. In 17 anderen Ländern ist sie nach Angaben des Deutschen Bogenjagdverbandes gestattet.
In Stahnsdorf werden pro Jahr etwa 60 bis 70 Wildschweine gesichtet. Sie zerstören Vorgärten und versetzen die Bewohner in Angst. Auch andere Kommunen leiden zunehmend unter der Plage.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 10. März 2019 17:20 Uhr

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