Das selbstfahrende Schiff im Blick: Projekt in Brandenburg

Das selbstfahrende Schiff im Blick: Projekt in Brandenburg

Bei Autos ist autonomes Fahren zum Teil schon Wirklichkeit - auch bei Schiffen soll dies nun möglich werden. Partner aus Industrie und Wissenschaft planen mit Hilfe des Bundesverkehrsministeriums einen Test für Binnenschiffe an der Spree-Oder-Wasserstraße.

Binnenhafen Königs Wusterhausen

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Ein Schubverband bei der Beladung mit Hackschnitzeln am Binnenhafen von Königs Wusterhausen. Foto: Patrick Pleul

Ab Juli beginne eine Untersuchung, um ein Testfeld für automatisierte und autonome Binnenschifffahrt vorzubereiten, teilte der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen am Freitag nach einem Termin in Wildau (Dahme-Spreewald) mit. Im kommenden Jahr soll der Aufbau beginnen. Geplant ist, erst teilautomatisiertes, dann automatisiertes und schließlich autonomes Fahren in der Schifffahrt zu ermöglichen.
Kleine Binnenschiffe, die ihre Routen selbst berechnen und ihre Ladung eigenständig und ohne Kapitän auf- und abladen können - so sehen Fachleute die Zukunft des Güterverkehrs auf dem Wasser. An dem Projekt ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. Das Testfeld ist zwischen den Häfen Königs Wusterhausen und Eisenhüttenstadt vorgesehen. Brandenburgs Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse (SPD) sagte, das Ziel sei, den Transport von Waren und Gütern stärker von Straßen auf Schienen und Wasserstraßen zu verlagern.
«Man wird jetzt nicht als allererstes ein vollautonomes Schiff dort aufsetzen», sagte Ralf Ziebold, Gruppenleiter beim Institut für Kommunikation und Navigation des DLR Neustrelitz, der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst werde ein Konzept für das Testfeld erstellt. Dafür stelle das Bundesverkehrsministerium 100 000 Euro bereit. Geplant sei dann, Fahrassistenzsysteme zu entwickeln, etwa zur exakten Positionierung. Die Projektpartner wollen auch das nutzen, was schon an Forschung im autonomen Fahren da ist - ob für Autos oder in der Luft- und Raumfahrt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 8. März 2019 16:30 Uhr

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