Woidke appelliert an «Anpack-Gen» der Lausitzer

Woidke appelliert an «Anpack-Gen» der Lausitzer

Das Maßnahmenpaket für die Lausitzregion nach dem Kohleausstieg wird geschnürt. Bei Unternehmen und Kommunen bleiben trotzdem viele Fragen. Ministerpräsident Woidke versucht sie zu beantworten.

Braunkohlekraftwerk

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Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG). Foto: Patrick Pleul/Archiv

Cottbus (dpa) - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat an Kommunen und Unternehmen in der Lausitz appelliert, bei der Durchsetzung der geplanten Maßnahmen zum Strukturwandel nicht nachzulassen. «Wir brauchen für die Region Technologie-, Planungs- und Fördervorsprung», sagte Woidke am Donnerstag bei der Sitzung des Braunkohlenausschusses in Cottbus. Die Lausitz könne Modellregion für die über 40 Kohlereviere in Europa werden. Ihre Zukunft hänge aber auch vom Engagement großer Unternehmen ab.
«Wir brauchen mutige Unternehmen, die bereit sind, neue Wege zu gehen», sagte Woidke der Deutschen-Presse-Agentur. Als Beispiel nannte er BASF in Schwarzheide. «Aber wir brauchen auch eine LEAG, die Sich mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle neu orientiert», so Woidke. Unter der gemeinsamen Marke LEAG verantwortet die Lausitz Energie Bergbau AG nach eigener Darstellung die Gewinnung der Braunkohle in den vier Lausitzer Tagebauen sowie ihre Veredlung im Industriepark Schwarze Pumpe.
Die Bürgermeisterin von Spremberg (Spree-Neiße), Christine Herntier (parteilos), forderte für die Region «gut bezahlte und tariflich abgesicherte Arbeitsplätze». Die Ergebnisse und daraus folgende geplante Maßnahmen für die Region dürften nicht verwässert werden, sagte Herntier, die auch Mitglied in der sogenannten Kohlekommission ist. Jede Kohleregion sei spezifisch zu betrachten. So sei ein sozialverträglicher Strukturwandel in der Lausitz schwerer zu organisieren als im Rheinischen Revier.
Woidke besuchte im Anschluss eine Betriebsversammlung im Kraftwerk Jänschwalde . «Wir werden einerseits Arbeitsplätze verlieren, aber andererseits viele neue schaffen. Deshalb muss hier auch niemand wegziehen», sagte Woidke vor den rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. «Das Anpack-Gen der Lausitzer wird helfen, die vor uns liegenden Aufgaben zu meistern.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. März 2019 15:50 Uhr

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