Gewerkschaften sehen Tarifabschluss positiv

Gewerkschaften sehen Tarifabschluss positiv

Arbeitgeber und Gewerkschaften schaffen den Durchbruch: Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaften konnten sich mit vielen Forderungen durchsetzen.

Das Logo von Verdi

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Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo und eine rote Trillerpfeife. Foto: Christophe Gateau/Archiv

Potsdam/Berlin (dpa/bb) - Vertreter von Gewerkschaften und der Berliner Senatsverwaltung zeigten sich am Sonntag zufrieden mit der erzielten Einigung in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder. Die rund eine Million Beschäftigten in den Ländern bekommen in diesem und in den beiden kommenden Jahren acht Prozent mehr Lohn. Berliner Erzieher und Sozialarbeiter werden künftig tariflich mit ihren Kollegen in Brandenburg gleichgestellt.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht ihre Hauptforderungen in der Ländertarifrunde «weitgehend umgesetzt», wie ein Sprecher mitteilte. Das Paket sei äußerst komplex. «Die vielen Detailregelungen werden aber überragt von der so dringend nötigen Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes», sagte die Berliner GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik. Wermutstropfen seien hingegen «die sehr lange Laufzeit von 33 Monaten und die magere Erhöhung im dritten Schritt» ab 2021.
«Der Einsatz hat sich gelohnt», teilte Andrea Kühnemann, Sprecherin der Gewerkschaft Verdi für Berlin-Brandenburg mit. Mit den Verbesserungen für die Berliner Erzieher und Sozialarbeiter wurden zentrale Forderungen erfüllt. Die Gewerkschaft begrüßt den Wegfall einer vollständigen Gegenfinanzierung, bedauert jedoch das Einfrieren der Jahressonderzahlung für vier Jahre.
«Ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass so viele Berliner Themen berücksichtigt werden konnten», sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), der gleichzeitig Verhandlungsführer für die Länder war. Mit der «ungewöhnlich langen Laufzeit von 33 Monaten» sei Verlässlichkeit geschaffen worden.
Berlin habe sich für die Erziehungs- und Sozialberufe stark gemacht, betonte Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie. «Der Abschluss ist ein großer Schritt nach vorne.» Die bessere Bezahlung im Sozial- und Erziehungsdienst sei «dringend erforderlich, um mehr Menschen für diese Berufe zu gewinnen».
Der wirtschaftspolitischer Sprecher der Berliner FDP-Fraktion sprach am Sonntag von einer «guten Nachricht» für alle Berliner. Es bleibe zu hoffen, «dass die Vergütungsanhebung reicht, um Personal in Mangelberufen gewinnen zu können».
Rückwirkend zum 1. Januar 2019 sollen die Gehälter der Beschäftigten im öffentlichen Dienst um 3,01 Prozent steigen, mindestens aber 100 Euro. Ab dem 1. Januar 2019 ist ein weiterer Anstieg um 3,12 Prozent geplant (mindestens 90 Euro). Ab 1.1.2021 soll eine dritte Erhöhung um 1,3 Prozent (mindestens 50 Euro) folgen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 3. März 2019 15:00 Uhr

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