Keine Schritte von Cottbus nach Rassimus-Vorwürfen

Keine Schritte von Cottbus nach Rassimus-Vorwürfen

Energie-Verteidiger Matuwila wurde nach Aussage von Cottbus-Coach Wollitz beim Auswärtsspiel bei Großaspach rassistisch beleidigt. Der Profi habe in der Kabine gesessen und geweint. Sportlich gibt das 0:0 neue Hoffnung für die Lausitzer.

Aspach/Cottbus (dpa) - Nach den Vorwürfen über Rassismus gegen José-Junior Matuwila will der FC Energie Cottbus auf weitere Schritte gegen die SG Sonnenhof Großaspach verzichten. Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte nach dem 0:0 im Drittligaduell beklagt, dass sein Verteidiger rassistisch beleidigt worden sei. «Ein Verfahren gegen oder eine Geldstrafe für die SG Sonnenhof Großaspach macht aus unserer Sicht auch gar keinen Sinn», sagte ein Vereinssprecher. «Es würde zudem grundsätzlich unserer Auffassung widersprechen, dass Vereine nicht für Dinge bestraft werden sollten, für die sie nichts können und worauf sie keinen Einfluss haben.»
Sollte der Deutsche Fußball-Bund Ermittlungen aufnehmen, droht Großaspach allerdings eine Strafe. «Das gehört sich nicht im Stadion, nirgendwo», sagte Wollitz am Samstag. «Es ist schade, dass unser Spieler in der Kabine sitzt und weint.»
Die Schwaben sagten zu, die Aufklärung vorantreiben zu wollen. Man habe direkt nach der Kritik von Wollitz den Sicherheitsdienst sowie die Polizei verständigt. «Wir werden natürlich auch als Verein einen möglichen Vorfall konsequent prüfen und die Ermittlungen hierzu jederzeit unterstützen», hieß es in einer Stellungnahme des Vorstandsvorsitzenden Andreas Benignus. «Hier gibt es kein Pardon - falls etwas vorgefallen sein sollte, werden wir als Verein mit aller Konsequenz reagieren.»
Sportlich kehrte Cottbus ohne Tore, aber neuer Zuversicht zurück. Nach der Nullnummer mussten sich die Lausitzer über eine Vielzahl von vergebenen Torchancen ärgern, dennoch betonte Wollitz: «Wir hatten eine sehr gute Körpersprache. Es geht jetzt weiter für uns. Die Richtung stimmt, und irgendwann gehen die Bälle rein.»
Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie gab es zumindest den ersten Punkt des Jahres 2019. Vor 1567 Zuschauern konnte Cottbus den Rückstand von fünf Zählern auf den Tabellen 16. Großaspach aber nicht verkürzen und bleibt auf dem 18. Rang in höchster Abstiegsgefahr.
Besonders Angreifer Streli Mamba vergab in einem Privatduell mit Großaspachs Torhüter Kevin Broll mehrere Großchancen. «So viele Chancen muss man sich erst einmal erarbeiten», sagte Teamkollege Kevin Weidlich. «Vor dem Tor hatten wir ein bisschen Pech. Aber wir müssen immer weiter machen - und dann wird er auch wieder seine Tore erzielen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 3. März 2019 13:30 Uhr

Weitere Meldungen