Zuckerfabrik: Stadt will Infrastruktur erhalten

Zuckerfabrik: Stadt will Infrastruktur erhalten

Die Stadt Mühlberg/Elbe will die Infrastruktur der Zuckerfabrik in Brottewitz erhalten. Es werde zunächst geprüft, wie das Werk weiter genutzt werden könne, sagte Bürgermeisterin Hannelore Brendel am Dienstag. Sowohl der Landkreis Elbe-Elster als auch die Landesregierung hätten bereits Unterstützung zugesagt. Der Nahrungsmittelkonzern Südzucker hatte am Montag beschlossen, sein Werk in Südbrandenburg zu schließen.

Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel

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Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel. Foto: Arno Burgi/Archiv

«Das ist ein Riesenschlag für uns», sagte Brendel. Von der Schließung seien 90 Stammmitarbeiter betroffen. Hinzu kämen 30 Saisonkräfte und «jede Menge Arbeitskräfte» während der Kampagnen - die Zeit, in der Rüben oder Dicksaft in der Fabrik verarbeitet werden. Fast alle Mitarbeiter des Werks waren laut Brendel am Montag vor der Südzucker-Zentrale in Mannheim, um gegen die Schließung zu protestieren. Brendel beklagte ungleiche Produktionsbedingungen innerhalb der EU: In Deutschland seien viele Mittel verboten, die in anderen Länder eingesetzt werden dürften.
Insgesamt schließt Südzucker zwei seiner 31 Produktionsstätten in Deutschland. Neben der Fabrik in Brottewitz ist ein Werk im nordrhein-westfälischen Warburg betroffen. Außerdem sollen zwei Werke in Frankreich und eine Fabrik in Polen geschlossen werden. Damit wolle man die Auswirkungen der starken Preisschwankungen an den globalen Märkten und in der EU auf das Segment Zucker verringern und das Unternehmen so sichern, begründete Europas größter Zuckerproduzent die Entscheidung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 26. Februar 2019 14:50 Uhr

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