Erinnerung an DDR-Kindergefängnis Bad Freienwalde

Erinnerung an DDR-Kindergefängnis Bad Freienwalde

Alles war vergittert und eine Mauer trennte die Mädchen und Jungen von der Außenwelt. Statt Schule gab es oft Zwangsarbeit. Im ehemaligen Gefängnis Bad Freienwalde wurden zu DDR-Zeiten Kinder und Jugendliche eingesperrt, die auf einen Heimplatz warteten. Nun wird an dieses schlimme DDR-Kapitel erinnert: Am ehemaligen Zuchthaus Cottbus ist am Mittwoch eine Informationstafel enthüllt werden, die das Geschehen in dem Durchgangsheim in den Blick rückt.

Brandenburg brauche einen zentralen Erinnerungsort zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte, sagte Roland Herrmann, Sprecher des Vereins Verein Kindergefängnis Bad Freienwalde. Aus dessen Sicht wäre das Gelände des ehemaligen Zuchthauses in Cottbus gut dafür geeignet. Die Landesregierung solle ein Konzept für einen zentralen Erinnerungsort erstellen.
Herrmann war einst selbst in dem Übergangsheim in Bad Freienwalde untergebracht. Kinder und Jugendliche, für die es noch keinen Heimplatz gab, sollten dort eigentlich nur 18 Tage bleiben. Viele waren allerdings länger eingesperrt. Wegen der Schikanen wurde das Heim auch Kindergefängnis genannt.
Vor mehr als 30 Jahren wurde es geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu einem ungeklärten Todesfall. Es geht um einen Jugendlichen, der 1971 starb.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 3. Oktober 2018 17:30 Uhr

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