Cottbus-Präsident tritt zurück: Fahle soll folgen

Cottbus-Präsident tritt zurück: Fahle soll folgen

Der FC Energie Cottbus muss den überraschenden Rücktritts-Wunsch von Präsident Wahlich verkraften. Ein Nachfolger für den beliebten Club-Boss steht indes schon fest.

Cottbus (dpa) - Der Schock beim abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten FC Energie Cottbus sitzt nach dem überraschend angekündigten Rücktritt von Präsident Michael Wahlich tief. Einen Tag vor dem Verbandstag des Fußball-Landesverbandes Brandenburg in Cottbus mit DFB-Präsident Reinhard Grindel als Gast teilte der Verein aus der Lausitz am Freitag mit, dass neben Wahlich auch Geschäftsführer Normen Kothe den Verein auf eigenen Wunsch Ende Januar 2019 verlassen wird.
Wahlich hatte nach dem Abstieg des FC Energie am 15. Juni 2016 die Nachfolge von Wolfgang Neubert angetreten. Nun soll Werner Fahle ab dem kommenden Jahr die Geschicke als Präsident leiten. «Mit Werner Fahle haben wir jemanden aus den eigenen Reihen, der seine Bereitschaft erklärt hat, das Amt zu übernehmen und den eingeschlagenen Weg mit uns weitergehen wird», erklärte der Verwaltungsrats-Vorsitzende Matthias Auth in einer Club-Mitteilung.
Wahlichs Entscheidung hatte offenbar mit Unruhen hinter den Kulissen zu tun. «Ganz am Anfang beim ersten Kennenlernen mit dem Verwaltungsrat habe ich deutlich gemacht, dass ich einen Neuanfang mit ehemaligen Funktionären nicht als besonders hilfreich ansehe und nicht befürworte. Die derzeitigen Bewegungen im Umfeld und im Verein diesbezüglich entsprechen nicht meinen Vorstellungen», wird der 58-Jährige in der Mitteilung zitiert.
Wahlich dürfte damit den Rücktritt des Cottbuser Oberbürgermeisters Holger Kelch Anfang September aus dem FCE-Verwaltungsrat und die Rückkehr von Frank Szymanski in dieses Gremium gemeint haben.
Ein weiterer Hauptgrund für seinen Entschluss dürfte die angespannte Finanzlage des Vereins sein. Energie ist der einzige Verein in der Liga, der in Daniel Stanese (VfR Aalen) und Abdulkadir Beyazit (SV Babelsberg) nur zwei neue Profis unter Vertrag genommen hat. Der vereinslose Lars Bender (zuletzt Fortuna Köln) wurde nachverpflichtet. Trainer Claus-Dieter Wollitz verdeutlichte den fehlenden wirtschaftlichen Spielraum mit der Aussage: «Ein Trainingslager würde uns 30 000 Euro kosten – da frage ich den Verein gar nicht erst.»
Wahlich war im Verein sehr beliebt und brachte in den schweren zurückliegenden Jahren mit seiner verbindlichen Art viel Positives auf den Weg. «Michael Wahlich hat Herausragendes geleistet und steht hauptverantwortlich für den Geist, der unseren Verein vor allem in den schwierigen zurückliegenden zwei Jahren umgeben hat», lobte Auth. Die Rückkehr in die 3. Liga sei «eng mit Michael Wahlich verknüpft».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 28. September 2018