Angeklagter gibt Messerstiche auf Familie zu

Angeklagter gibt Messerstiche auf Familie zu

Fast fünf Jahre nach einem blutigen Familienstreit im Spreewald hat ein 30 Jahre alter Angeklagter vor Gericht den Messerangriff auf seine Mutter, seinen Stiefvater und seinen Halbbruder zugegeben. Zugleich betonte der studierte Mediziner am Mittwoch vor dem Landgericht Cottbus, keine durchgängige Erinnerung mehr zu haben.

Das Landgericht in Cottbus

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Das Landgericht in Cottbus. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag vor. Die Opfer überlebten damals den Angriff. Der heute 30-Jährige soll im August 2013 im Wohnhaus der Eltern in Werben (Spree-Neiße) zuerst seine Mutter und dann seinen Stiefvater attackiert und erst von ihnen abgelassen haben, als er sie für tot gehalten habe. Danach habe er seinen Halbbruder angegriffen.
Der Angeklagte, der im Anzug im Gerichtssaal erschien, beschrieb in einer längeren Erklärung die Familienverhältnisse als schwierig. Seine Mutter und sein Stiefvater hätten viele Auseinandersetzungen miteinander gehabt. Teilweise habe es auch gewalttätige Übergriffe gegeben. Das habe ihn belastet. Er habe sich nicht genug von der Familiensituation distanzieren können, sagte der Beschuldigte. Der Eskalation im August 2013 sei direkt ein erneuter Streit zwischen den Eltern vorangegangen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 27. Juni 2018