Grüne hoffen auf Aussagen von Piatto

Grüne hoffen auf Aussagen von Piatto

Der frühere Verfassungsschutz-Informant «Piatto» soll am kommenden Montag als Zeuge im NSU-Untersuchungsausschuss in Potsdam aussagen. «Ich hoffe, dass er sich bei seiner Vernehmung an seine damaligen Aufträge erinnern kann», erklärte die Grünen-Obfrau im Ausschuss, Usula Nonnemacher, am Montag. «Piatto» - damals mit bürgerlichen Namen Carsten Szczepanski - soll im Herbst 1998 über Pläne eines flüchtigen Neonazi-Trios berichtet haben, das später als «Nationalsozialistischer Untergrund» bekannt wurde. Brandenburgs Verfassungsschutz soll die Hinweise nicht ausreichend weitergeben haben.

Die Vernehmung von «Piatto» soll nach Angaben des Landtags in einem Raum stattfinden, in dem nur die Abgeordneten und der derzeit in einem Zeugenschutzprogramm stehende «Piatto» sitzen. Mit Hilfe von Lautsprechern soll die Vernehmung dann in einen zweiten Raum übertragen werden, in dem Journalisten und Zuschauer sitzen können.
Der frühere V-Mann «Piatto» hatte bereits 2014 im NSU-Prozess in München als Zeuge ausgesagt. Dabei hatte er allgemein über die Szene berichtet, sich an konkrete Details aber kaum erinnert. «Piatto» war in den 1990er Jahren wegen versuchten Mordes an einem Nigerianer verurteilt worden. Als Untersuchungshäftling bot er sich nach eigener Aussage dem Verfassungsschutz als V-Mann an. Dem NSU werden zehn Morde angelastet - neun aus rassistischen Motiven und einer an einer deutschen Polizistin.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 4. Juni 2018