Nur noch wenige Kampfhunde in Brandenburg

Nur noch wenige Kampfhunde in Brandenburg

Bissattacken von Hunden lösen immer wieder Diskussionen über die Tierhaltung aus. Doch oft wird dabei vergessen, dass die Besitzer in erster Linie für ihre vierbeinigen Lieblinge verantwortlich sind.

Ein Hund

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Ein Hund mit einem Maulkorb. Foto: Marcus Brandt/Archiv

Potsdam (dpa/bb) – Gesetzesverschärfungen und die öffentliche Debatte über Haltung und Zucht von Kampfhunden haben in Brandenburg zu einem deutlichen Rückgang gefährlicher Hunde geführt. Die Zahl dieser registrierten Vierbeiner ging von 10 773 im Jahr 2004 auf 4895 im vergangenen Jahr zurück, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Potsdamer Landtag hervorgeht.
Extrem verringerten sich die fünf in Brandenburg als Kampfhunde eingestuften Rassen American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen. Die Zahl der Exemplare dieser Rassen verringerte sich seit 2004, als die Brandenburger Hundehalterverordnung geändert wurde, von 1785 auf nur noch 64. Der letzte Tosa Inu, ein japanischer Kampfhund, war 2007 gemeldet.
Halter dieser Tiere müssen eine Theorie- und Praxisprüfung über die Hundehaltung ablegen. Die Hunde werden einem Wesenstest unterzogen, um zu prüfen, ob sie sich in bestimmten Situationen aggressiv verhalten.
Bei einer weiteren Gruppe von 13 Hunden wird eine Gefährlichkeit vermutet. Zu ihnen gehören die Rassen Alano, Dobermann, Dogo Argentino, Mastiff und Rottweiler. Wer einen solchen Vierbeiner besitzt, muss den Ordnungsbehörden nachweisen, dass von seinem Hund keine gesteigerte Aggressivität oder Angriffslust ausgeht. Belegt werden muss dies durch ein Gutachten. Wird es durch die Behörde nicht akzeptiert, gilt der Hund als gefährlich und unterliegt der Erlaubnispflicht.    
Obwohl es mit insgesamt 126 286 Hunde im vergangenen Jahr 12 697 mehr gab als vor vier Jahren, bissen sie weniger zu. 2013 meldeten die Behörden noch 583 Angriffe von Hunden, waren es im vergangenen Jahr 500. Verletzt wurden im Vorjahr 257 Menschen, 2013 waren es noch 292.
Seit der Aufzeichnung von Hundebissen 1997 gab es in Brandenburg drei Todesfälle: 2002 und 2003 jeweils verursacht durch Rottweiler, 2010 wurde ein Baby von einem Husky getötet.
Obwohl als nicht gefährlich eingestuft, hat der Deutsche Schäferhund in Brandenburg am häufigsten zugebissen. Bei 67 Angriffen verletzte er 29 Menschen. Er ist mit rund 18 500 Exemplaren die in Brandenburg beliebteste Rasse. In der Mark müssen grundsätzlich alle Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 40 Zentimetern und einem Gewicht von mindestens 20 Zentimetern bei den Ordnungsbehörden angemeldet werden.   

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 25. April 2018