Neuer Linken-OB von Frankfurt: Teil meiner Partei überzieht

Neuer Linken-OB von Frankfurt: Teil meiner Partei überzieht

Brandenburgs erster Linken-Oberbürgermeister René Wilke hat Teilen seiner Partei auf Bundesebene zu harsche Kritik an der Regierung vorgeworfen. «Ein Teil der Linken ist im Wettstreit mit der AfD, wer sich härter mit der Regierung auseinandersetzt. Das halte ich für den falschen Weg», sagte Wilke in einem Interview der «Märkischen Allgemeinen» (Freitag). Wilke war im März zum neuen Oberbürgermeister gewählt worden und tritt sein Amt im Mai an.

René Wilke

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Linken-Politiker René Wilke, Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder). Foto: Patrick Pleul/Archiv

In seinem eigenen Wahlkampf habe er einen fairen und respektvollen Umgang mit allen anderen Kandidaten gewahrt. «Wenn Politik sich gegenseitig nur fertigmachen will, richtet das langfristig Schaden an», sagte Wilke. «Wer auf dieser Welle surft - und ich erlebe das häufig im Landtag -, der kann kurzfristig damit Erfolg haben. Langfristig führt das aber dazu, dass Politik sich selbst delegitimiert.»
Wilke begrüßte, dass die Brandenburger Linke sich offen für eine Koalition auch mit der CDU zeigte. «Ich finde diese Signale richtig. Wir müssen bereit sein, mit allen demokratischen Parteien zu reden.» Die Debatte sei aber zu früh und hänge mit der SPD in Brandenburg zusammen. «Es gibt bei manchen eine Sehnsucht, dass die SPD von ihrem hohen Ross herunterkommt», sagte Wilke.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 20. April 2018