Nach Durchsuchungen: Auswertung zu Schleusern dauert an

Nach Durchsuchungen: Auswertung zu Schleusern dauert an

Nach den Durchsuchungen bei einer mutmaßlich deutsch-vietnamesischen Schleuserbande am Mittwoch dauert die Materialauswertung an. «Wir werten weiter aus und werden dann auch sehen, ob es weitere Täter gibt», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Donnerstag. Der Gruppe wird vorgeworfen, in mindestens vier Fällen Scheinehen an vietnamesische Männer vermittelt zu haben. Die Bundespolizei hatte am Mittwoch zwölf Wohnungen und Gewerberäumen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hessen durchsucht und dabei Unterlagen, Speichermedien, Telefone, Geldbeträge sowie geringe Mengen an Betäubungsmitteln sichergestellt.

Blaulicht

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Ein Blaulicht leuchtet in Osnabrück auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Zu der Gruppe soll nach bisherigen Ermittlungen ein 35-jähriger Vietnamese, eine 23-jährige Vietnamesin sowie eine 29-jährige Deutsche gehören. Festnahmen hat es laut Polizeiangaben bislang nicht gegeben. Die vietnamesischen Männer sollen zunächst mit einem erschlichenen Visum eingereist sein. Dann soll die Bande ihnen eine Scheinehe vermittelt haben. Die Frauen bekamen dafür zwischen 5000 und 7000 Euro.
Parallel gab es am Mittwoch Durchsuchungen in mehreren Bundesländern gegen eine Schleuserbande mit Verdächtigen aus dem Kosovo, Serbien und Bulgarien, die Scheinehen vermittelt haben soll. Sie soll außerdem Urkunden gefälscht und Steuern hinterzogen haben. Schwerpunkt bei diesen Ermittlungen war Hessen, es gab aber auch Durchsuchungen in Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 22. März 2018