10 Jahre Haft wegen Mordes an Ehefrau

Tod am Straßenbaum: Ein Unfall zu Weihnachten auf einer Brandenburger Landstraße war nach Überzeugung des Potsdamer Landgerichts vorsätzlicher Mord.
Landgericht Potsdam
Ein Schild mit der Aufschrift Landgericht in Potsdam. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv © dpa

Potsdam (dpa/bb) - Wegen Mordes an seiner Ehefrau hat das Landgericht Potsdam einen 63-Jährigen aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der frühere Psychiater und spätere Krankenpfleger habe am 1. Weihnachtstag 2015 auf einer Landstraße seinen Dienstwagen absichtlich gegen einen Straßenbaum gesteuert, um sich und seine neben ihm sitzende Ehefrau zu töten, erklärte der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter am Montag in seiner Urteilsbegründung. Während der 63-Jährige schwer verletzt überlebte, starb die 57-Jährige an den Folgen ihrer Verletzungen.

Da der Mann sich in einer schweren depressiven Phase befunden habe, sei seine Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen, erklärte der Richter. Der Krankenpfleger habe schon seit den 1990er Jahren im Zusammenhang mit beruflichen Misserfolgen unter schweren Depressionen gelitten.

Der 63-jährige habe mehrfach die Absicht geäußert, gemeinsam mit seiner Frau aus dem Leben zu scheiden, sagte Horstkötter. Im Jahr 2015 lebte das Ehepaar bereits getrennt, nachdem es in den Jahren zuvor viel gestritten hat. Mit der Aussicht auf einen Saunabesuch habe der 63-Jährige seine Ehefrau dann am ersten Weihnachtstag 2015 ins Auto gelockt, so der Richter.

Der 63-Jährige hatte vor Gericht angegeben, dass er nach dem Saunabesuch Kreislaufprobleme gehabt und kurz vor dem Unfall das Bewusstsein verloren habe. Außerdem berief er sich darauf, dass er bei dem Unfall einen Gedächtnisverlust erlitten habe.

Beides hielt das Gericht für nicht glaubhaft. Denn nach den Gesamtumständen sei davon auszugehen, dass der 63-Jährige das Auto schon auf dem Weg zur Sauna gegen den Baum gesteuert habe. «Sie haben ihren lang gehegten Plan umsetzen wollen, gemeinsam mit ihrer Frau aus dem Leben zu scheiden», betonte Horstkötter.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft wegen Mordes gefordert und die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Quelle: dpa
Aktualisierung: 5. Februar 2018

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