Tödliche Messerattacke gegen Nachbarn: Beschuldigter gesteht

Tödliche Messerattacke gegen Nachbarn: Beschuldigter gesteht

Knapp vier Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 57 Jahre alten Mannes in Berlin-Weißensee hat der Beschuldigte vor dem Landgericht einen Messerangriff gestanden. Er habe das gleichaltrige Opfer getötet, erklärte der Beschuldigte am Dienstag zu Prozessbeginn. Der Nachbar habe ihn zuvor beleidigt. Als er ihn zur Rede stellen wollte, sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen. Der Verteidiger sagte, sein Mandant könne sich nur schwer an das Geschehen erinnern. Das Opfer war laut Ermittlungen mit 27 Messerstichen getötet worden.

Polizei

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Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen mit Blaulicht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte den Attackierten wahllos ausgewählt und in der Absicht getötet habe, wieder in das Krankenhaus des sogenannten Maßregelvollzugs eingewiesen zu werden. Dort sei er bereits von 2001 bis 2017 wegen eines zuvor begangenen Totschlags untergebracht gewesen. Auch bei der Tat im April 2021 sei der Mann wegen einer psychischen Erkrankung nicht schuldfähig gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Die Behörde strebt eine erneute Unterbringung des 57-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an. 
Der Beschuldigte erklärte weiter, er habe sich nach der Tötung umgehend zur Polizei begeben und sich selbst gestellt. Seitdem sei er einstweilig im Maßregelvollzug untergebracht. «Jetzt geht es mir gut», so der 57-jährige Deutsche. Für den Prozess sind drei weitere Tage bis zum 24. August vorgesehen. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 10. August 2021 15:51 Uhr

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