Polizei präsent im James-Simon-Park: Kritik von Gastronomen

Polizei präsent im James-Simon-Park: Kritik von Gastronomen

Am ersten Abend mit dem Besucherverbot des James-Simon-Parks gegenüber der Museumsinsel in Berlin-Mitte hat es keine größeren Zwischenfälle gegeben. Bei Regenwetter war am Freitag um 20.00 Uhr der gesperrte Bereich leer, wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte. Lediglich die Außenbereiche der Gastronomie waren demnach noch besucht. Von den örtlichen Restaurants und Bars kam Kritik an der Schließung.

Menschen sitzen abends bei schönem Wetter im James-Simon-Park

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Menschen sitzen abends bei schönem Wetter im James-Simon-Park. (Archiv)

Einsatzkräfte der Polizei kontrollierten im Park und an den Zugängen, um die Sperrung der Grünanlagen durchzusetzen. Absperrgitter standen an Eingängen. Der Bezirk hatte den abendlichen und nächtlichen Besuch untersagt, nachdem am vergangenen Wochenende zahlreiche Menschen in den Park geströmt waren. Flaschen und Steine flogen auf Beamte, 19 Einsatzkräften wurden verletzt.
An diesem Freitagabend war die Polizei laut dem Sprecher nicht nur im James-Simon-Park und im angrenzenden Monbijoupark präsent, sondern insgesamt rund 240 Kräfte bestreiften auch den Mauerpark, den Volkspark am Weinbergsweg und den Volkspark Friedrichshain. Die Beamten hätten 36 Menschen überprüft und 23 Platzverweise ausgesprochen.
Vereinzelt habe es Flaschenwürfe gegeben - allerdings ungezielt und ohne Treffer. Festgenommen worden sei niemand, so der Sprecher. Ein dpa-Reporter berichtete vom Mauerpark, dass die Polizei einzelne Gruppen aufforderte, zu gehen - aber anscheinend nur größere Gruppen mit Musik oder Alkohol. Mehrfach setzte heftiger Regen ein, wodurch sich der Park am Abend zunächst nicht stark füllte.
Im James-Simon-Park dürfen die Restaurants und Bars in den S-Bahn-Bögen am Parkrand weiter öffnen. Am Freitagabend begleiteten Einsatzkräfte der Polizei Gäste vom Parkeingang bis zum Lokal, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Gegen 20 Uhr waren die Lokale demnach noch ganz gut besucht, die Menschen aßen Pizza, tranken Bier und rauchten Shisha. Doch im Laufe des Abends seien immer mehr Tische leer geblieben.
«Uns fehlen die Gäste», sagte Julia Simon, stellvertretende Geschäftsführerin der Olla Grill und Orient Lounge der Deutschen Presse-Agentur nach Sperrung des Parks. Normalerweise sei es voll, doch jetzt sei nur etwa die Hälfte der Tische besetzt. Das sei zu einhundert Prozent untypisch für einen Freitagabend, auch wenn es momentan regne. Simon nannte die Parksperrung den falschen Weg. Das Problem verschiebe sich, denn die Jugendlichen könnten einfach in einen anderen Park gehen. Sie wünsche sich, dass jemand etwa vom Bezirksamt Kontakt aufnehme und man eine Lösung suchen könne, die «uns ein bisschen mehr mit einschließt».
Es gebe Leute, die fühlten sich unwohl, sagte der Geschäftsleiter von CôWei, einem vietnamesisch-japanischen Restaurant, zu der Polizeibegleitung von Gästen zum Lokal. Durch den Polizeieinsatz verliere man massiv Umsätze, erklärte Herr Nguyen. Existenzen seien gefährdet, vor allem nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Er unterstütze die Maßnahmen prinzipiell, sagte er. Aber man könne nicht «uns so einfach vergessen». Man finde schlimm, dass der Park abends und nachts voll belagert und Party gemacht werde, sagte Nguyen. Aber viele junge Leute besuchten sein Restaurant gar nicht, sondern kauften sich ihr Bier etwa beim Spätkauf. «Wir sind kein Partylokal.»
Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) hatte am Mittwoch erstmals die Parkschließung angekündigt. Dabei hatte er auf Twitter auch mitgeteilt, die in den S-Bahnbögen am Park ansässigen Gaststätten seien dringend gebeten worden, keinen Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte die abendliche Schließung des Parks grundsätzlich begrüßt. Der Sprecher des Berliner GdP-Landesverbands, Benjamin Jendro, wies aber darauf hin, es könne nicht Aufgabe der Polizei sein, diese Regeln dort dauerhaft zu kontrollieren. Schließlich gebe es auch viele andere Parks und Grünflächen, in denen Partys stattfinden und eskalieren könnten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 7. August 2021 20:05 Uhr

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