Prozess: Diebstahl von «Goldnest» aus Berliner Schule

Prozess: Diebstahl von «Goldnest» aus Berliner Schule

Rund zwei Jahre nach dem Diebstahl eines aus Gold gefertigten Kunst-Vogelnestes aus einer Berliner Grundschule hat der Prozess gegen einen 20-Jährigen begonnen. Sein Mandant werde sich vorläufig nicht äußern, erklärte der Verteidiger Mannes am Montag nach Verlesung der Anklage vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten.

Gerichtsprozess Goldnest

© dpa

Der Angeklagte zwischen seinen Verteidigern.

Der 20-Jährige soll das gesicherte Kunstwerk aus dem Foyer einer Grundschule im Ortsteil Biesdorf zusammen mit mindestens einem bislang unbekannten Komplizen entwendet zu haben. Bei dem 20-Jährigen soll es sich um einen einschlägig vorbestraften Mann aus einem arabischstämmigen Clan handeln.
Um an das filigrane Exponat zu kommen, sollen die Täter laut Staatsanwaltschaft in der Nacht zum 15. Mai 2019 mit einer Glassäge die schussfest verglaste Vitrine zerstört haben. Die Einbrecher hätten sich zuvor Zutritt zu dem Foyer verschafft, indem sie eine Fensterscheibe mit einem Werkzeug eingeschlagen hätten. «Das Kunstwerk bestand aus 14-karätigem Feingold und hatte einen Wert von etwa 28 000 Euro», so die Anklage. Dem 20-Jährigen werden Diebstahl im besonders schweren Fall, Einbruchsdiebstahl, Diebstahl mit Waffen und Sachbeschädigung zur Last gelegt.
Das knapp ein Kilogramm schwere Goldnest – bestehend aus 74 aus Gold gefertigten Zweigen – ist laut Staatsanwaltschaft bis heute verschwunden. Ermittler vermuten, dass es ebenso wie die 2017 gestohlene 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum eingeschmolzen worden sein könnte. 
Vor der Tat hatte es Hinweise auf deren Vorbereitung und eine interne Warnung bei der Polizei gegeben. Ermittler hatten nach dem Diebstahl schnell zwei Männer aus zwei arabischstämmigen Clans im Verdacht. Einer von ihnen steht nun vor Gericht. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 28. Juni 2021 11:15 Uhr

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