Polizistin gesteht Bestechlichkeit für «Milliarden-Mike»

Polizistin gesteht Bestechlichkeit für «Milliarden-Mike»

Eine ehemalige Polizistin hat in einem Prozess vor dem Landgericht Hamburg gestanden, einem als «Milliarden-Mike» bekannten Betrüger Polizei-Informationen gegen Geld verschafft zu haben.

Prozess gegen "Milliarden-Mike" und Polizistin

© dpa

Der Angeklagte "Milliarden-Mike" steht zu Beginn des Prozesses im Sitzungssaal.

Der Anklage zufolge soll die 45-jährige Berlinerin zwischen Februar 2018 und April 2019 zehnmal Daten abgefragt und an den mitangeklagten Betrüger weitergegeben haben. Dabei ging es etwa um die Frage, ob ein Haftbefehl gegen den heute 65-Jährigen vorlag oder ob der Führerschein seiner Lebensgefährtin gültig sei. Auch Informationen zu einem prominenten Freund wollte «Milliarden-Mike» haben. Als Gegenleistung zahlte er laut Anklage mindestens 500, nach Angaben der Angeklagten 400 Euro.
Die 45-Jährige erklärte am 17. Mai 2021, sie habe den Kontakt zu Prominenten gesucht, um finanzielle Hilfe zu bekommen. Sie sei spielsüchtig und in finanzieller Not gewesen. Die Berliner Polizei hat sie auf eigenen Antrag inzwischen aus dem Beamtenverhältnis entlassen, wie ihr Anwalt mitteilte. Die Anklage lautet auf Bestechlichkeit (Az. 619 KLs 15/20).
Der 65-Jährige muss sich wegen Bestechung verantworten. Er sitzt zurzeit in Berlin eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren ab, zu der ihn das Landgericht Hamburg im November 2019 verurteilt hatte. Im Rahmen des damaligen Strafverfahrens waren die Ermittler auch auf seine Kontakte zu der Polizistin gestoßen, wie ein Gerichtssprecher erklärte. Der vielfach vorbestrafte Angeklagte war Co-Autor des vor acht Jahren erschienenen Buches «Milliarden Mike: Ich hab sie alle abgezockt».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 17. Mai 2021 12:29 Uhr

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