Prozess: Angeklagter weist Vergewaltigungs-Vorwürfe zurück

Prozess: Angeklagter weist Vergewaltigungs-Vorwürfe zurück

Berlin (dpa/bb) Ein 33-Jähriger, der an sexuellen Übergriffen auf eine junge Frau in einer Berliner Wohnung beteiligt gewesen sein soll, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe die Frau nicht vergewaltigt, erklärte der Angeklagte am Donnerstag zu Beginn des Prozess am Landgericht der Hauptstadt. Einer seiner damaligen Mitbewohner habe die Betroffene mit in die Wohnung gebracht. Laut Anklage soll die Frau im März 2020 von acht Männer nacheinander vergewaltigt worden sein. 

Die Statue Justitia

© dpa

Die Statue Justitia.

Der 33-Jährige erklärte weiter, die Frau habe in seinem Zimmer im Bett gelegen, als er nach einem Barbesuch nach Hause gekommen sei. Er habe sie aufgefordert, die Wohnung zu verlassen. Sie habe sich geweigert und ihm Sex angeboten. «Ich wollte nicht», so der Student. Ein Mitbewohner sei zu der Frau gegangen. Es sei zu sexuellen Handlungen gekommen. «Was ich mitbekommen hatte, war alles einvernehmlich», so der Angeklagte. Er habe mit vier weiteren Männern in der Wohnung gelebt. 
Laut Anklage soll die Frau freiwillig in die Wohnung gegangen sein, weil sie mit dem Inhaber verabredet gewesen sei. Mehrere Männer, die sich bereits in der Wohnung befunden haben sollen, hätten sich zunächst im Badezimmer verborgen. Die mutmaßlichen Vergewaltiger hätten die junge Frau in ein Zimmer geführt und nacheinander ihre ausweglose Situation ausgenutzt. 
In einem ersten Prozess um den mutmaßlichen Übergriff waren drei 21- bis 30-Jährige vor rund zwei Monaten wegen Unterlassener Hilfeleistung zu Freiheitsstrafen von sechs beziehungsweise sieben Monaten verurteilt worden. Eine Beteiligung der dortigen Angeklagten an einer gemeinschaftlichen Vergewaltigung konnte laut Justizangaben nicht sicher festgestellt werden. Die Verhandlung gegen den 33-Jährigen wird am 19. Mai fortgesetzt. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 6. Mai 2021 14:40 Uhr

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