Drogen-Labor in Berliner Firma: Fast acht Jahre Gefängnis

Drogen-Labor in Berliner Firma: Fast acht Jahre Gefängnis

Ein ehemaliger Unternehmer, der in den Räumen seiner Firma ein Drogen-Labor betrieben haben soll, ist zu sieben Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den 33-Jährigen am Montag unter anderem des unerlaubten Herstellens von Betäubungsmitteln sowie der Beihilfe zum Drogenhandel schuldig. Insgesamt rund eine halbe Million MDMA-Tabletten seien auf Bestellung Dritter produziert worden, hieß es im Urteil. Ein 64-jähriger Mitangeklagter erhielt wegen Beihilfe ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung.

Paragrafen-Symbole

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Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen.

In fünf Fällen seien in der Firma in einem Kellergeschoss in Berlin-Wedding Drogen-Pillen produziert worden, sagte der Vorsitzende Richter. Für wen die Tabletten bestimmt waren und wer die Grundstoffe lieferte, habe in dem zehnmonatigen Prozess nicht geklärt werden können. Im Oktober 2019 habe die Polizei bei einer Durchsuchung Maschinen und Reste von Tabletten mit dem Wirkstoff MDMA sichergestellt. Der 64-Jährige habe zudem umfassend und über den eigenen Tatbeitrag hinaus gestanden, hieß es weiter im Urteil. Laut Anklage befanden sich in der Firma unter anderem eine Tablettier- und eine Mischmaschine, die der 64-Jährige für einen Lohn von 2000 Euro pro Wochenende bedient haben soll.
Der 33-Jährige, der einen Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln betrieben hatte, wurde zudem wegen Handels mit Amphetaminen schuldig gesprochen. Er habe im Februar 2018 rund 20 Kilogramm verkauft. Einen großen Teil der Betäubungsmittel habe die Polizei in Norddeutschland sichergestellt. Zudem habe der 33-Jährige bei einem Handel mit 26,5 Kilogramm Marihuana Beihilfe geleistet, hieß es weiter im Urteil.
Auf die Spur des Hauptangeklagten sollen Fahnder im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Zwischenhändler gekommen sein. Der 33-Jährige hatte im Prozess geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf neun Jahre Haft gegen den Hauptangeklagten. Die Verteidiger verlangten Freispruch. Im Fall des Mitangeklagten entsprach die verhängte Strafe dem Antrag der Anklage. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 26. April 2021 16:11 Uhr

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