Serie von Vergewaltigungen: Angeklagter ergänzt Geständnis

Serie von Vergewaltigungen: Angeklagter ergänzt Geständnis

Im Prozess um sieben sexuelle Angriffe auf junge Frauen in Berlin und Brandenburg hat der Angeklagte sein Geständnis ergänzt. Er wolle den Opfern eine Aussage vor Gericht ersparen, erklärte der mutmaßliche Serienvergewaltiger am Montag (01. März 2021) über einen seiner Verteidiger.

Justitia

© dpa

Die Statue Justitia mit einer Waage in der Hand.

Alle Vorwürfe der Anklage seien zutreffend, hieß es weiter. «Ich schäme mich sehr und bin mir bewusst, welche Schuld ich auf mich geladen habe.» Er wolle die Taten nicht auf den Einfluss von Drogen schieben, so der 30-Jährige am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht der Hauptstadt.
Dem Angeklagten werden sechs Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung sowie Körperverletzung und versuchte räuberische Erpressung vorgeworfen. Der mutmaßliche Täter soll die Frauen von hinten gepackt, gewürgt, mit einem Schraubendreher oder Messer bedroht, sie in entlegenere Gebiete gezerrt und vergewaltigt haben. In einem Fall hätten Hilferufe der Frau, ihre heftige Gegenwehr und die Anwesenheit eines Campers die Vollendung der Tat verhindert.
Über Wochen hinweg hatten im Juni und Juli 2020 Meldungen von gewalttätigen Übergriffen auf junge Frauen überwiegend im Berliner Südwesten große Verunsicherung und Besorgnis ausgelöst. Laut Anklage soll der mutmaßliche Täter sieben junge Frauen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren meist auf entlegenen Wegen überfallen haben. Zu sechs Taten soll es südlich des Wannsees in Berlin und Brandenburg gekommen sein, zu einer in Bernau.
Ein Nebenklage-Anwalt, der eines der Opfer vertritt, hatte zu Prozessbeginn am Rande der Verhandlung erklärt, es seien «monströse Taten». Der Angeklagte sei ein «hochgefährlicher Serientäter». Zunächst hatte der 30-Jährige nach Verlesung der Anklage ein pauschales Geständnis abgelegt. In seiner am zweiten Tag verlesenen Erklärung beschrieb er sein Vorgehen bei jeder Tat. Der Prozess wird am 22. März fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. März 2021 15:15 Uhr

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