100 Mal Alarm im Krankenhaus für psychisch kranke Straftäter

100 Mal Alarm im Krankenhaus für psychisch kranke Straftäter

Mitarbeiter im Berliner Krankenhaus für psychisch kranke Straftäter haben in einem halben Jahr 109 Mal Alarm ausgelöst. Erfasst wurden die Monate Juli bis Dezember 2020, wie aus der Antwort der Gesundheitsverwaltung auf eine parlamentarische AfD-Anfrage hervorgeht. Die Bediensteten im sogenannten Maßregelvollzug tragen demnach Notrufgeräte stets bei sich. Es werde der Grundsatz vermittelt und gelebt, im Interesse der eigenen Sicherheit sehr niederschwellig Alarm auszulösen, hieß es. Die Zahlen werden wegen des Datenschutzes immer nach einem halben Jahr gelöscht.

Übergriffe auf Personal oder Mitpatienten in einer Vollzugsanstalt, in der auch medikamentös nicht behandlungswillige oder behandelbare psychisch kranke Straftäter untergebracht seien, seien leider nicht immer zu verhindern, hieß es in der Antwort.
Im Februar 2020 hatte demnach ein Patient eine ärztliche Mitarbeiterin schwer angegriffen. Danach hatten sich Mitarbeiter mit Briefen an den Senat gewandt und die Situation in der Einrichtung kritisiert.
Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung wurden trotz der schwierigen Ausgangslage im Jahr 2020 - auch wegen der Pandemie - 55 neue Vollzugsplätze eingerichtet. In diesem Jahr sollen weitere 16 Plätze im stationären Bereich hinzukommen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. Februar 2021 17:09 Uhr

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