15-Jährige in Berlin getötet: Mordprozess beginnt

15-Jährige in Berlin getötet: Mordprozess beginnt

Knapp ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer 15-jährigen Schülerin in Berlin beginnt an diesem Donnerstag (28. Januar 2021) der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand

© dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Dem 42-jährigen Deutschen wird in dem Verfahren am Landgericht der Hauptstadt zur Last gelegt, das Mädchen in der Nacht zum 5. August 2020 auf einer Brache an der Rummelsburger Bucht erwürgt zu haben. Zuvor soll er laut Anklage versucht haben, die alkoholisierte 15-Jährige zu vergewaltigen. Er soll sie in ein Gebüsch gezerrt haben, sie habe sich heftig gewehrt. Nachdem er von dem Mädchen abgelassen habe, soll er es aus Angst vor Strafverfolgung getötet haben. Laut Polizei hatte sich der Verdächtige in Begleitung eines Rechtsanwalts selbst bei der Polizei gestellt. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen, er sitzt in Untersuchungshaft, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Mutter und Schwester des Opfers sind Nebenkläger

Die Mutter und Schwester des Opfers sind Nebenkläger in dem Prozess. Sie erhofften sich von dem Prozess Aufklärung, wie es sein konnte, dass dieser Mann auf freiem Fuß war, wie Anwältin Christina Clemm der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es gehe auch um die Frage, wie ernst die Gesellschaft Gewalt gegen Frauen nehme. «Es hätte jede Tochter, jede Schwester treffen können», gab die Anwältin die Meinung der Nebenklägerinnen wider.

Angeklagter bereits «vielfach strafrechtlich in Erscheinung getreten»

Clemm äußerte sich nicht, ob Mutter und Schwester selbst zu dem Prozess kommen. Sie wollten ihr persönliches Leid nicht im Vordergrund sehen. Sie wollten vielmehr deutlich machen, dass es Männer gebe, die gefährlich seien. Und dies müsste viel eher und stärker gesehen werden, damit es nicht zu solchen Taten komme. Der Angeklagte sei bereits «vielfach strafrechtlich in Erscheinung getreten», sagte die Gerichtssprecherin. Nach dem Vorwurf einer Vergewaltigung sei er 2001 wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber zunächst in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Für den Prozess sind zunächst 14 Verhandlungstage bis Mitte März geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. Januar 2021 08:20 Uhr

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