Untersuchung zu Terror auf dem Breitscheidplatz bald am Ende

Untersuchung zu Terror auf dem Breitscheidplatz bald am Ende

Mit den Vernehmungen von Thomas de Maizière und Andreas Geisel hat der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt die Zielgerade erreicht.

Polizisten und Rettungskräfte am Breitscheidplatz

© dpa

Polizisten und Rettungskräfte am 19. Dezember 2016 vor der Gedächtniskirche in Berlin.

Zwar wird es auch Anfang kommenden Jahres noch einige wenige Zeugenbefragungen geben, doch mit dem ehemaligen Bundesinnenminister und dem Berliner Innensenator werden heute die beiden ranghöchsten Verantwortlichen Rede und Antwort stehen.

12 Tote und 70 Verletzte bei Anschlag am 19. Dezember 2016

Am 19. Dezember 2016 - also fast genau vor vier Jahren - hatte der abgelehnte Asylbewerber Anis Amri in Berlin einen Lastwagenfahrer erschossen. Anschließend raste er mit dem Lastwagen über den Breitscheidplatz, wo elf weitere Menschen starben und mehr als 70 verletzt wurden. Der Tunesier konnte nach dem Anschlag nach Italien fliehen, wo er bei einer Polizeikontrolle erschossen wurde. Amri war der Polizei bereits vorher als islamistischer Gefährder aufgefallen. Weshalb der Anschlag trotzdem nicht verhindert wurde und was bei den anschließenden Ermittlungen womöglich schief lief, will der Untersuchungsausschuss herausfinden.

Innen-Staatssekretär Thomas Lenz soll erneut befragt werden

Zum zweiten Mal befragen wollen die Abgeordneten außerdem Innen-Staatssekretär Thomas Lenz aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Verfassungsschutz-Abteilung des Innenministeriums in Schwerin steht in der Kritik, weil sie wenige Wochen nach dem Anschlag den potenziell relevanten Hinweis eines Informanten auf mögliche Mittäter Amris versenkt hatte. Konkret ging es damals um einen Berliner Familienclan mit arabischen Wurzeln, der Amri Geld gegeben und ihm bei seiner Flucht aus Berlin geholfen haben soll.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. Dezember 2020 08:59 Uhr

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