Tödliche Kollision mit Polizeiauto: Plädoyers erwartet

Tödliche Kollision mit Polizeiauto: Plädoyers erwartet

Im Prozess um den tödlichen Zusammenstoß eines Funkstreifenwagens mit dem Auto einer jungen Frau in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes wird heute fortgesetzt. Es wird mit dem Beginn der Plädoyers gerechnet.

Landgericht Berlin

© dpa

Der Eingang des Landgerichts Berlin.

Angeklagt ist ein 53-jähriger Hauptkommissar. Der Beamte am Steuer des Fahrzeugs soll im Januar 2018 auf dem Weg zu einem Einsatz mit überhöhter Geschwindigkeit in den Wagen der 21-Jährigen gekracht sein, die einparken wollte. Laut Anklage wurde bei der Kollision noch ein Tempo von 93 Stundenkilometern festgestellt, bei der Tunnelausfahrt kurz davor seien es noch 130 gewesen. Angeklagt ist fahrlässige Tötung. Der Beamte hat in dem Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten bislang geschwiegen.

Alkohol in Blutprobe des Fahrers

Die tödliche Kollision hatte große Wellen geschlagen. Erst Monate nach Beginn der Ermittlungen war bekannt geworden, dass eine im Krankenhaus genommene Blutprobe des Fahrers Alkohol enthalten haben soll. Es kam der Verdacht auf, dies habe vertuscht werden sollen. Die Behörden wiesen Vorwürfe zurück, den Fall nicht ausreichend untersucht zu haben. Weil die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Patientenakte des Polizisten nicht als Beweismittel verwendet werden darf, geht es im Prozess nicht um Gefährdung des Straßenverkehrs durch Alkohol.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 15. Dezember 2020 07:49 Uhr

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