Tiere gehortet: 45 Fälle seit 2016 bekannt

Tiere gehortet: 45 Fälle seit 2016 bekannt

45 Fälle von illegal gehorteten Tieren sind seit 2016 bis jetzt in Berlin erfasst worden. Insbesondere Hunde und Katzen seien vermehrt bei sogenannten Tier-Messies gefunden worden, hieß es in einer am Dienstag vom Abgeordnetenhaus veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Marc Vallendar.

Katzen

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Da eine klare Abgrenzung des Begriffes «Animal Hoarding», wie das illegale Horten von Tieren auch bezeichnet wird, nicht möglich sei, beziehen sich die Daten auf Beschlagnahmungen in Fällen, bei denen viele Tiere gehalten worden seien, hieß es in der Antwort. Die Größenordnungen variieren: In Friedrichshain-Kreuzberg wurden bei einem Einsatz 2018 unter anderem 215 Kanarienvögel beschlagnahmt. In einem anderen Fall wurden in Tempelhof-Schöneberg 57 Katzen in einer Wohnung entdeckt. Auch 90 Hühner (Steglitz-Zehlendorf) und 23 Schlangen (Tempelhof-Schöneberg) tauchen in der Statistik auf.
Die Zahlen spiegeln nur einen Bruchteil der tatsächlichen Fälle wieder. Viele der Bezirke erheben nach Angaben der Senatsverwaltung diese Daten gar nicht. Außerdem gebe es eine Dunkelziffer von Fällen, die gar nicht bekannt werden, teilte der Deutsche Tierschutzbund 2019 mit.
Psychologen stufen das sogenannte Animal Hoarding als Sonderform des Messie-Syndroms ein. «Das ist eine Überlappung von verschiedenen Störungen», sagte der Mönchengladbacher Diplom-Psychologe Gerd Zimmek zu Jahresbeginn. Zur Persönlichkeitsstörung komme eine Zwangserkrankung. Animal Hoarding äußere sich - wie bei den anderen Messies - in aller Regel durch Verwahrlosung.
Hund
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 10. November 2020 16:20 Uhr

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