Geisel: Keine Verbindung zwischen Wien-Attentäter und Berlin

Geisel: Keine Verbindung zwischen Wien-Attentäter und Berlin

Bislang ist nach Angaben von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) keine Verbindung des islamistischen Attentäters von Wien zu Berlin bekannt.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD)

© dpa

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) spricht bei einer Pressekonferenz.

Der 20-jährige Anhänger der radikal-islamischen Terrormiliz IS hatte am Montagabend (2. November 2020) nahe der Hauptsynagoge in Wien vier Menschen erschossen und zahlreiche weitere verletzt. Anschließend wurde er von der Polizei erschossen. «Im Moment hat das Bundeskriminalamt in Zusammenarbeit mit der österreichischen Polizei keine Bezüge des Täters von Wien nach Berlin festgestellt», sagte Geisel während der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses am Donnerstag. «Aber auch diese Untersuchungen laufen noch.» Es gebe einige wenige Deutschlandbezüge.

Geisel: Keine ungewöhnlichen Aktivitäten bei Gefährdern der islamistischen Szene

«Ansonsten haben wir in der islamistischen Szene, die genau beobachtet wird, auch bei den Gefährdern keine ungewöhnlichen Aktivitäten festgestellt», sagte Geisel. «Es ist noch am selben Abend eine entsprechende Anweisung herausgegangen, die Gefährder, die unter entsprechender Beobachtung in Berlin stehen, zu überprüfen und die Aufenthalte festzustellen.» Dabei seien aber keine unmittelbaren Bezüge zu dem Attentat festzustellen gewesen. «Das muss aber nichts heißen, deswegen wird diese Beobachtung intensiv fortgesetzt.»

Schutz der Synagogen verstärkt

Am Abend der Tat sei in Berlin außerdem der Schutz der Synagogen verstärkt worden, berichtete der Innensenator. «Wir haben den Objektschutz, der in Berlin vor den Synagogen steht, noch einmal besonders sensibilisiert und zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.» Wegen des anti-französischen Vorfalls in Neukölln vom vergangenen Wochenende wird Geisel zufolge weiterhin ermittelt. Auf einem im Internet verbreiteten Video ist zu sehen, wie ein Mann mit einer Maske des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an einem Strick von einem weiteren Mann in traditioneller arabischer Kleidung über die Sonnenallee gezogen und gedemütigt wird.

Protagonist sei YouTuber mit entsprechend hohem Verbreitungsgrad

«Der Staatsschutz ermittelt. Wir konnten feststellen, dass der Protagonist in Brandenburg wohnhaft ist und ein Youtuber mit einem entsprechend hohen Verbreitungsgrad», sagte Geisel. «Wir haben die brandenburgischen Behörden entsprechend informiert, aber auch die Ermittlungen innerhalb der Polizei Berlin, innerhalb des Staatsschutzes wegen dieser Tat laufen.» Unter anderem werde wegen Störung der öffentlichen Ordnung ermittelt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 5. November 2020 15:41 Uhr

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