Prozess um Autobrandstiftung: Freispruch für 41-Jährigen

Prozess um Autobrandstiftung: Freispruch für 41-Jährigen

Ein 41-jähriger Berliner ist vom Vorwurf der Autobrandstiftung freigesprochen worden.

Landgericht Berlin

© dpa

Die Beweisaufnahme habe nicht ergeben, dass der Mann im Januar 2019 nachts mit zwei Mittätern in Gropiusstadt ein Fahrzeug angezündet habe, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Donnerstag (15. Oktober 2020). Auch die Staatsanwältin und die beiden Verteidigerinnen des Angeklagten hatten nach mehrstündiger Verhandlung auf Freispruch vom Vorwurf der gemeinschaftlichen Brandstiftung plädiert.
Die Staatsanwaltschaft vermutete zunächst ein linksextremistisches Motiv, weil das Auto eines Mannes angezündet worden war, der als einer der Verdächtigen rund um eine rechtsextremistische Serie von Brandanschlägen und Schmierereien in Berlin-Neukölln gilt. Der angeklagte Softwareentwickler schwieg zu den Vorwürfen.
Vor allem zwischen 2016 und 2018 hatte es in dem Stadtteil zahlreiche Brandanschläge und Drohungen mit Hakenkreuzen gegen linke Initiativen und deren Mitglieder gegeben. Die Polizei verdächtigt drei Männer aus der rechtsextremen Szene, konnte ihnen aber nie etwas nachweisen. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte im Frühjahr 2019 die Ermittlergruppe «Fokus» zur erneuten Analyse der Taten und ihrer Hintergründe einrichten lassen.
Der Angeklagte war in der Nacht zum 31. Januar 2019 von Polizisten in Zivil festgenommen worden. Sie hätten ihn einer kurz zuvor beobachteten Gruppe von drei Radfahrern zugeordnet, die sich verdächtig verhalten hätte, erklärte ein Beamter als Zeuge. Eine Tathandlung hätten sie allerdings nicht beobachtet.
Weil sich der 41-Jährige bei seiner Festnahme gewehrt haben soll, wird ihm auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie ein tätlicher Angriff auf Beamte zur Last gelegt. Der Prozess um diesen Vorwurf wird am 5. November fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 16. Oktober 2020 08:37 Uhr

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