Frau beim Abbiegen tödlich erfasst: Prozess ausgesetzt

Frau beim Abbiegen tödlich erfasst: Prozess ausgesetzt

Rund zwei Jahre nach dem Unfalltod einer 78 Jahre alten Fußgängerin in Berlin-Buckow ist der Strafprozess gegen einen Lkw-Fahrer im ersten Anlauf gescheitert. Weil ein technisches Gutachten ergänzt werden soll, setzte das Amtsgericht Tiergarten das Verfahren am Dienstag nach mehrstündiger Verhandlung aus. Der 48-jährige Angeklagte soll die Seniorin mit seinem Lkw beim Rechtsabbiegen übersehen und überrollt haben. Ihm wird fahrlässige Tötung zur Last gelegt.

Amtsgericht Tiergarten

© dpa

Der Eingang vom Amtsgericht Tiergarten mit Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn erklärt, er sei aufmerksam gefahren und habe beim Abbiegen in die Spiegel an seinem Fahrzeug gesehen. «Da war kein Fußgänger auf dem Mittelstreifen», so der Berufskraftfahrer. Unmittelbar vor ihm sei ein Pkw abgebogen. «Der hat auch nicht angehalten.»
Der Lkw-Fahrer soll laut Anklage am 5. September 2018 im Berliner Ortsteil Buckow bei grüner Ampel rechts in die Marienfelder Chaussee abgebogen sein. Er habe die Seniorin erfasst, als sie an der dortigen Fußgängerampel bei Grün die Fahrbahn überqueren wollte. Der Unfall wäre laut Staatsanwaltschaft vermeidbar gewesen, wenn der Angeklagte dem Verkehrsgeschehen die nötige Aufmerksamkeit gewidmet hätte.
Nach einem technischen Gutachten könnten im Fahrerhaus zusätzlich angebrachte Wimpel und Schilder zu einer teilweise eingeschränkten Sicht für den Angeklagten geführt haben. Unklar ist, aus welcher Richtung die Passantin gekommen ist. Der Gutachter soll auch prüfen, ob sie möglicherweise bei Rot die Straße betreten haben könnte. Einen neuen Prozesstermin gibt es noch nicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 13. Oktober 2020 12:45 Uhr

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