Drittes russisches Rechtshilfeersuchen zu Nawalny in Prüfung

Drittes russisches Rechtshilfeersuchen zu Nawalny in Prüfung

Im Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny prüft die Bundesregierung ein drittes Rechtshilfeersuchen aus Russland. Das Ersuchen sei am Freitagabend eingegangen, sagte ein Sprecher der Justizministeriums am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Angaben zum Inhalt machte er nicht.

Die Berliner Landesjustizverwaltung prüft bereits zwei frühere Rechtshilfeersuchen aus Russland. Berichten zufolge will Russland etwa eigene Ermittler zu möglichen Befragungen des Oppositionellen entsenden. Aus Nawalnys Umfeld war eine Beteiligung russischer Ermittler an Befragungen zuvor bereits ausgeschlossen worden.
Der Oppositionspolitiker Nawalny war im August während eines Inlandsfluges in Russland zusammengebrochen. Kurz darauf wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie nach Deutschland ausgeflogen und in der Berliner Charité behandelt. Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma, wurde inzwischen aber aus der Berliner Charité entlassen und macht eine Reha-Behandlung.
Die Bundesregierung sieht es nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Russland weist bisher alle Vorwürfe zurück, in den Fall verwickelt zu sein.
Russland hatte Deutschland zuletzt eine Behinderung der Aufklärung vorgeworfen, unter anderem weil bisherige Rechtshilfeersuchen unbeantwortet geblieben seien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 28. September 2020 17:46 Uhr

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