Mord an Mutter und Tochter: Vorwürfe zurückgewiesen

Mord an Mutter und Tochter: Vorwürfe zurückgewiesen

Mehr als ein halbes Jahr nach tödlichen Messerstichen gegen eine Mutter und ihre neun Jahre alte Tochter in Marzahn steht ein 32-Jähriger vor dem Landgericht. Laut Anklage soll er seine 38 Jahre alte Nachbarin aus Habgier getötet habe.

Justitia

© dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand.

Als die Tochter der Frau auf die Schreie ihrer Mutter aufmerksam geworden sei, habe er auch das Kind umgebracht. Die Verteidiger erklärten zu Prozessbeginn am Montag (14. September 2020), die Beweisaufnahme werde ein anderes Bild ergeben. Ihr Mandant habe die Vorwürfe gegenüber der Polizei zurückgewiesen. Er werde sich zu einem späteren Zeitpunkt auch vor Gericht äußern.
Der 32-Jährige, der wie die Opfer aus Afghanistan stammt, soll die Frau am 29. Februar 2020 gegen Mittag in ihrer im achten Stock gelegenen Wohnung attackiert haben - durch 37 Messerstiche in den Oberkörper und in den Hals, heißt es in der Anklage. Es sei ihm darum gegangen, «nach Geld und Wertgegenständen suchen zu können». Als die Tochter der Frau aus dem Kinderzimmer in den Wohnungsflur trat und Augenzeugin des Messerangriffs auf ihre Mutter wurde, habe er auch das Kind getötet.
Die Verteidiger erklärten weiter, Indizien würden gegen das von der Staatsanwaltschaft angenommene Tatgeschehen sprechen. So sei in der Wohnung der Getöteten viel Geld zurückgelassen worden, darunter eine Kassette mit 20 000 Euro. Auch würde die Vielzahl der Messerstiche gegen die Frau auf große Wut oder großen Hass hinweisen. «Das Erscheinungsbild der Tat weist eher auf eine Strafaktion», so die Anwälte. Der Prozess wird am 18. September fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 14. September 2020 15:21 Uhr

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