Feuer im Kriminalgericht: Drei Jahre Gefängnis

Feuer im Kriminalgericht: Drei Jahre Gefängnis

Im Prozess um mehrere Feuer im Kriminalgericht Berlin-Moabit ist ein 30-Jähriger zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Mann am Freitag der versuchten schweren Brandstiftung sowie der Körperverletzung schuldig. In einem «stark aufgebrachten und alkoholisierten Zustand» habe er an sieben Stellen - meist WC-Räumen - Papier angezündet, begründete das Gericht. An einer Stelle habe er Baumaterial in Brand gesetzt. An einen Mann, der durch Rauchgas verletzt wurde, soll der Angeklagte 1000 Euro zahlen. Der 30-Jährige hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Statue der Justitia

© dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Gebäudesubstanz sei es nicht gekommen, hieß es weiter im Urteil. Der Angeklagte, gegen den am Tattag im März 2020 ein Prozess wegen Verdachts auf Nachstellung fortgesetzt werden sollte, habe Unruhe stiften wollen. Zuletzt habe er in einem «chaotischen Aktionismus» einen Feuerlöscher gegriffen. Weil er erheblich alkoholisiert gewesen sei, gehe das Gericht von einer verminderten Steuerungsfähigkeit aus.
Die Feuer wurden teilweise von Angestellten des Gerichts gelöscht, später dann durch Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr. Unmittelbar nach der Brandlegung wurde das Gebäude evakuiert. Durch die schnelle Reaktion von Feuerwehr, Polizei und den Kollegen aus der Justiz habe sich ein größerer Brand vermeiden lassen, hieß es damals.
Die Verteidiger hatten erklärt, ihr Mandant sei bei Löscharbeiten und nicht bei einer Brandlegung entdeckt worden. Sie beantragten Freispruch sowie hilfsweise für den Fall eines Schuldspruchs eine Bewährungsstrafe. Das Gericht folgte im Wesentlichen der Staatsanwaltschaft, die dreieinhalb Jahre Haft gefordert hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. September 2020 16:40 Uhr

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