Prozess gegen Serienbetrüger: «Hochstapler-Leben geführt»

Prozess gegen Serienbetrüger: «Hochstapler-Leben geführt»

Er gab sich als Makler, Manager oder Millionär aus und ergaunerte Reisen und Tickets: Ein 32-jähriger Berliner hat vor dem Landgericht mehr als 50 Betrügereien gestanden.

Berliner Landgericht

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Der Prozess findet vor dem Berliner Landgericht statt. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

Die Verteidigerin erklärte zu Prozessbeginn am Freitag (11. September 2020), der Angeklagte habe «ein Hochstapler-Leben geführt» und es interessant gefunden, unter anderem Reiseveranstalter «auszutricksen». Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schaden in Höhe von rund 72 000 Euro aus.

Online-Buchungen unter falschem Namen mit den Kontodaten Dritter

Dem einschlägig vorbestraften Mann werden Taten zwischen September 2018 und Mai 2020 zur Last gelegt. In den meisten Fällen habe er bei Online-Buchungen unter falschen Namen die Kontodaten Dritter missbraucht. In einem Fall hatte der Mann laut Anklage online eine Pauschalreise nach Gran Canaria gebucht und dabei zur Zahlung durch Lastschrifteinzug die Kontoverbindung der Kosteneinziehungsstelle der Justiz angegeben. Die Lastschrift sei aber zurückgebucht worden.

Chauffeurservice um bis zu 12 000 Euro betrogen

In drei Fällen habe der 32-Jährige einen Chauffeurservice für jeweils mehrere Wochen gebucht, so die Anklage. Er habe die Firma um Beträge zwischen 4900 und 12 000 Euro geprellt. Bei einem Schwindel mit einer Reise habe sich der Angeklagte als Hoteltester ausgegeben. In einem anderen Fall habe er als falscher Produktionsleiter einer Filmfirma Geld erschlichen. Schließlich habe er als angeblicher Millionär den Kauf eines Hotels vorgetäuscht. Mehrfach habe er im Internet unter falschen Daten Kino- und Konzertkarten erworben. Den jeweiligen Unternehmen seien entsprechende Schäden entstanden.
Der Angeklagte erklärte, viele Tickets habe er verschenkt. Er habe zeigen können, dass er sich so etwas leisten könne. «Das war großkotzig», so der Betrüger. Wenn er sich durch ganz Deutschland chauffieren ließ, habe er beeindrucken wollen. Der Prozess gegen den vor drei Monaten inhaftierten Mann wird am 15. September fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. September 2020 13:58 Uhr

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