Hasskriminalität: Neue Zentralstelle der Staatsanwaltschaft

Hasskriminalität: Neue Zentralstelle der Staatsanwaltschaft

Es geht um Straftaten gegen Menschen zum Beispiel wegen ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer politischen Arbeit: Sogenannte Hasskriminalität soll in Berlin besser verfolgt werden. Dazu ist bei der Berliner Staatsanwaltschaft eine Zentralstelle eingerichtet worden.

Staatsanwaltschaft Berlin

© dpa

Die Staatsanwaltschaft in Berlin. Foto: Fabian Sommer/Archiv

Nach dem Start zum 1. September sollte am Donnerstagnachmittag (10. September 2020) eine Auftaktveranstaltung in den Räumen des Vereins «Gesicht zeigen!» stattfinden, wie die Leiterin der Zentralstelle, Oberstaatsanwältin Ines Karl, sagte. Die Wahl des Ortes sei kein Zufall: Ziel der neuen Stelle sei es, «rauszugehen aus den Büros» und auch etwa mit Beratungsstellen und Interessenvertretungen zusammenzuarbeiten, erläuterte Karl. Man wolle das Vertrauen der Gesellschaft in Polizei und Justiz stärken, hieß es. Zuständig ist die neue Stelle für Taten, die im Internet und im realen Leben begangen wurden.
Betroffene von Hasskriminalität zeigen die Taten häufig nicht an, zum Beispiel aus Angst, nicht ernst genommen zu werden, wie Karl ausführte. Dieses Dunkelfeld gelte es aufzuhellen. Im Bereich LSBTI (Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle), für den es seit 2012 Ansprechpersonen bei der Staatsanwaltschaft gibt, habe es diesbezüglich Fortschritte gegeben, erklärte Karl. Der Ansatz solle nun auf die ganze Palette der Hasskriminalität ausgeweitet werden. Die Einrichtung der Zentralstelle war im Frühjahr nach den Anschlägen in Halle und Hanau angekündigt worden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. September 2020 13:29 Uhr

Weitere Polizeimeldungen